MSC SCHWEIZ. Ab November 2007 zieht der zweite Mann an der Steinentorstrasse 39 in Basel ein. Am Hauptsitz der Schweizer Agentur, MSC Agency AG, einem Tochterunternehmen der zweitgrössten Reedereigesellschaft MSC mit Sitz in Genf, arbeiten zurzeit 100 Frauen – und ihr Chef René Mägli. Nun wird der 61-jährige Paul Egli, unter anderem ehemaliger Festival-Cruises-Manager, die Kreuzfahrten-Sparte übernehmen und ein Team mit 19 Frauen führen. Die Sparte wächst mit über 30% Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr überdurchschnittlich.

Bisher hat Mägli die Sparten Fracht und Kreuzfahrt in Personalunion geführt. «Das war einmalig im MSC-Konzern», sagt Mägli. Die Mediterranean Shipping Company (MSC) setzt mehr als 4,5 Mrd Fr. um und beschäftigt 28000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 90% des Umsatzes setzt MSC mit den Container-Schiffen um, 10% mit den Kreuzfahrten.Mägli hat nach einem Artikel, der im März 2007 in der «Handelszeitung» erschienen ist, über die Schweizer Grenzen hinaus für Schlagzeilen gesorgt, weil er bei MSC Schweiz seit Jahren aus Überzeugung nur Frauen anstellt. Diese würden besser arbeiten und seien teamfähiger. Seine Haltung habe in der ganz grossen Mehrheit positive Reaktionen ausgelöst, nur ein anonymer Brief sei auf seinem Tisch gelandet. Zudem hat jüngst ein Artikel über Mäglis Personalpolitik auf dem ARD-Nachrichtenportal tagesschau.de kontroverse Reaktionen in einem Blog ausgelöst, der Genderthemen diskutiert.

Chancengleichheit bei Egli

Mägli steht voll und ganz hinter dem jüngsten Personalentscheid, wie er sagt. Und er lässt dem zweiten Mann im Schweizer MSC-Ableger auch alle Freiheiten: «Auf die Personalpolitik des neuen Spartenchefs Egli habe ich keinen Einfluss», sagt Mägli.Sein neuer Kollege Egli formuliert seine Einstellungspolitik plakativ: «Bei mir kommt es nicht darauf an, ob jemand Rock oder Hose trägt. Bei mir haben alle die gleichen Chancen.»

Anzeige