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Zweites Quartal: Was von der UBS zu erwarten ist

Steht am Dienstag im Rampenlicht: UBS-Chef Sergio Ermotti. (Bild: Keystone)

Mit drastischen Massnahmen macht Konkurrent Credit Suisse zuletzt Schlagzeilen. Ähnlich brisante Ankündigungen sind von der UBS nicht zu erwarten - dennoch steht eine grundlegende Änderung ins Haus.

Veröffentlicht am 30.07.2012

Wichtige Zahlen für den Schweizer Finanzplatz: Mit der UBS präsentiert am Dienstag die zweite Grossbank ihr Ergebnis fürs zweite Quartal. Trotz der Verunsicherung an den Finanzmärkten erwarten die Analysten keinen grossen Einbruch: Neun von der Nachrichtenagentur AWP befragte Experten rechnen im Durchschnitt mit einem Ertrag von rund 6,94 Milliarden Franken nach 6,49 im Vorquartal und 7,16 im Vorjahreszeitrum.

Das Konzernergebnis wird bei 1,05 Milliarden (827 Millionen/1,02 Milliarde) erwartet, der Gewinn vor Steuern bei 1,65 Milliarden (1,30/1,65 Milliarden).

Während die Credit Suisse (CS) vorvergangene Woche Eigenkapitalmassnahmen angekündigt hatte sowie Kostensenkungen in Höhe von einer Milliarde Franken bekannt gab, erwarten die Analysten bei der Konkurrentin dies nun nicht: «Ich rechne bei der UBS nicht mit Eigenkapitalmassnahmen, denn sie steht besser da als die CS und andere Banken», sagt Andreas Venditti von der Zürcher Kantonalbank.

Tatsächlich konnte die UBS per Ende März eine Kernkapitalquote gemäss Basel III (Tier 1) von 7,5 Prozent ausweisen und lag damit laut eigenen Angaben über dem Durchschnitt der Konkurrenten (CS: 5,9 Prozent).

So kam die UBS bei der jüngsten Schelte der SNB bezüglich der Kapitalausstattung denn auch deutlich besser weg als die CS. Die Nationalbank empfahl der UBS Mitte Juni, den «Eigenkapital-Aufbau fortzusetzen und dabei speziell bei der Dividendenausschüttung weiter Zurückhaltung» zu üben. Bei der CS hatte sie dagegen gefordert, die Bank solle ihr verlustabsorbierendes Kapital noch in diesem Jahr «signifikant» erhöhen.

Änderung der Rechnungslegungsvorschriften

Jedoch weist Venditti auf eine grundlegende Änderung hin: «Die UBS wird morgen die Auswirkungen der Änderung der Rechnungslegungsvorschriften in Bezug auf die Pensionsverpflichtungen präsentierten, die sich wohl negativ auf das Eigenkapital auswirken werden», so der ZKB-Analyst. Ob dies ein Fragezeichen hinter die bisherige Eigenkapitalausstattung setzt, müssen die Details zeigen.

In Sachen Jobabbau und Kostensenkungen rechnen die Analysten nicht mit deutlichen Schritten. «Von grossen Ankündigungen auf der Kostenseite gehe ich nicht aus», sagt Venditti. Mit Spannung wird derweil erwartet wird, wie stark die UBS die risikogewichteten Aktiven reduzieren konnte, wie es Basel III verlangt. Wie bisher wenig sagen wird die UBS dagegen wohl zu ihrer Rolle im Libor-Skandal.

(tno/vst/awp)

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