Das Gespenst Inflation macht in Abständen weniger Monate den internationalen Finanzmärkten regelmässig seine Aufwartung. Jedes Mal, wenn man das Phänomen der Inflation endgültig besiegt glaubt, wächst dem Inflationsmonster jedoch kurze Zeit später ähnlich der Hydra in der griechischen Mythologie der Kopf nach.

Inflation schwer zu bekämpfen

Letztendlich ist und bleibt Inflation aber ein monetäres Phänomen. Damit trifft mit Sicherheit zu, dass die Zentralbanken rund um den Globus verantwortlich sind, ob und in welcher Form sich Inflation in einer Volkswirtschaft aufbaut. Oft reicht es aus, dass die verschiedenen Teilnehmer ihre Aktionen von Inflationsängsten beeinflussen lassen. Sind Inflationserwartungen erst einmal im System, wird es ungleich schwerer, diese Hydra zu bekämpfen.

Da Anleger in Erwartung höherer Inflation für längerfristige Investitionen eine Risikoprämie verlangen, beobachtet man bei steigender Inflationserwartung meist einen Anstieg der langfristigen Zinsen. Die Steilheit der Zinskurve nimmt zu. Um den Inflationsdruck zu mindern und mittel- bis langfristig für Preisstabilität zu sorgen, werden Zentralbanken die erwartete Inflation mittels restriktiver Zinspolitik, sprich Zinssteigerungen, bekämpfen. Dies wirkt sich in erster Linie auf das kurze Ende der Zinskurve aus, wodurch es zu einer Abflachung der Zinskurve kommt. Als Faustregel gilt deshalb, dass diejenigen Zentralbanken über kurz oder lang tiefere Inflationserwartungen und damit flachere Zinskurven haben, die den Märkten glaubhaft versichern können, dass sie das Inflationsproblem auch wirklich angehen.

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Viele Marktteilnehmer erwarten für Mitte 2010 eine Erholung der Wirtschaftslage und gehen davon aus, dass die Zentralbanken gewillt sind, das Risiko einer leicht erhöhten Inflation anfänglich in Kauf zu nehmen, um einem einsetzenden wirtschaftlichen Aufschwung nicht gleich durch restriktive Geldpolitik ein Ende zu setzen. Auch die gegenwärtigen Tiefststände der Zinsen sprechen wohl eher dafür, dass es zu höheren Inflationsraten und damit wohl auch höheren Zinsen kommen könnte. Deren Ausprägung aber hängt wie bereits gesehen stark von der Glaubwürdigkeit der jeweiligen Zentralbank ab.Wer nur bedingt an die Durchsetzungskraft der Zentralbanken glaubt, findet den direktesten Schutz vor Inflation in sogenannten inflationsgebundenen Anleihen. Coupons und/oder Nennwert sind hierbei an einen Inflationsindex (meist Konsumentenpreisindex) gekoppelt und kompensieren somit bei einem tatsächlichen Preisanstieg des Index.

Bei Abflachung der Zinskurve

Anleger, die hingegen von der Durchsetzungskraft der Zentralbanken überzeugt sind und somit eine Abflachung der Zinskurve erwarten, haben die Möglichkeit mittels sogenannter Flattener Anleihen/Warrants auf eine Abflachung der Zinskurve zu setzen. Bedenkt man, dass die Steilheit der US-Zinskurve sowie derjenigen im Euro-Raum weit über ihrem langfristigen Durchschnitt liegt und der Markt bisher nur eine geringe Abflachung einpreist, könnte momentan ein interessanter Einstiegszeitpunkt für eine solche Strategie bestehen.

Was aber, wenn Anleger sich nicht sicher sind, ob sich ihre Hydra nun Inflation oder Deflation nennt? Diese Unsicherheit spiegelte sich 2009 in den Investitionsentscheiden vieler Anleger wider. So nahm die Nachfrage nach sogenannten Floored Floaters deutlich zu. Diese Anleihen zahlen einen variablen Coupon mit Mindestzins. Durch den Mindestzins kommen Anleger in einem Umfeld tiefer Zinsen oder drohender Deflation in den Genuss eines attraktiven Festzinses. Sollte die Wirtschaft hingegen anziehen und die Zinsen steigen, so setzt ab einem gewissen Zinsniveau die variable Verzinsung ein, wodurch Anleger von steigenden Zinsen profitieren und gleichzetig vor allfälliger Inflation geschützt sind.