Unter den rund 200 Jungunternehmen, die es in die Vorauswahl zu den «Red Herrings Global 100» geschafft haben, befinden sich auch zwölf Start-ups aus der Schweiz (siehe Tabelle). Sie dürfen sich rühmen, zu den 200 besten Tech Ventures weltweit zu gehören. Ob sie es unter die finalen Top 100 schaffen, wird in Kürze bekannt gegeben. Beachtlich ist, dass nur aus Indien (25 nominierte Firmen), China (26) und den USA (53) mehr Jungunternehmen auf die Liste aufgenommen wurden.

Zwar bedeutet die Wahl nicht, dass den Unternehmen mit Sicherheit eine goldene Zukunft winkt, aber sie zeigt doch, dass sie sich auf einem aussichtsreichen Weg befinden. Denn zu den in früheren Jahren ausgezeichneten Start-ups gehören zahlreiche Firmen, die noch heute für Aufsehen sorgen, etwa der Internetgigant Google, der Telefondienst Skype oder die Videoplattform Youtube.

Software bis Medizinaltechnik

Beim Zürcher Start-up Procedural ist der Stolz über die Nomination denn auch spürbar. Die Auszeichnung soll sich nun auch für das Unternehmen auszahlen. «Wir versuchen derzeit, die richtigen Investoren für unsere zweite Finanzierungsrunde zu finden, und Red Herring ist natürlich ein speziell anerkanntes Label in der weltweiten Investorenszene», so Procedural-CEO Pascal Müller. Die Ehre sei auch Motivation, noch härter an der Mission zu arbeiten, die Welt mit den eigenen Produkten zu begeistern. Zu den Kunden der Städtesimulation von Procedural zählen renommierte Unternehmen wie Microsoft und die Stararchitektin Zaha Hadid.

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Einige der nominierten Unternehmen aus der Schweiz haben bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht, etwa das Termin- und Umfragewerkzeug des Zürcher Start-up Doodle. Die Internetseite ist aus dem Alltag vieler Büros kaum mehr wegzudenken.

Andere Wege beschreitet beispielsweise Revolt Technology aus Stäfa. Das Unternehmen stellt besonders umweltfreundliche Zink-Luft-Batterien her. Auch aus dem Bereich der Medizinaltechnik entstammen einige der zukunftsträchtigen Produkte. Die Lausanner Firma Sensimed entwickelt Hilfsmittel für komplexe Anwendungen im Medizinalbereich. Das Start-up Hocoma aus Volketswil ist hingegen auf Robotikprodukte in der Medizinalbranche spezialisiert. Das Unternehmen bezeichnet sich schon heute als weltweit führend bei der Herstellung von automatisierten Therapiegeräten.

Neue Spin-offs kommen nach

Die zwölf Schweizer Unternehmen wurden aus 1200 Vorschlägen aus den Bereichen Telekommunikation, Sicherheit, Web 2.0, Software, Hardware, Biotechnologie und Klimatechnologie ausgesucht. Dabei wurde nicht nur das eigentliche Produkt bewertet, sondern auch die Unternehmensgeschichte sowie die Zukunftstauglichkeit des Start-up miteinbezogen.Es ist daher kein Zufall, dass die Mehrzahl der ausgezeichneten Firmen ein Spin-off einer der Eidgenössischen Technischen Hochschulen ist. Zudem wissen die Jungunternehmen die verschiedenen Start-up-Support-Plattformen, wie etwa CTI Start-up, CTI Invest und Venturelab zu schätzen.

Auch in Zukunft könnte der Innovationsstandort Schweiz von sich reden machen. Wie etwa die ETH Zürich vor kurzem mitteilte, wurden 2009 an der Hochschule 24 Spin-offs gegründet. Das ist, trotz Krise, ein neuer Rekordwert.

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