Der Konzernchef von Sears will mit einem milliardenschweren Übernahmeangebot das US-Traditionskaufhaus vor der Pleite bewahren. Der Milliardär Eddie Lampert – zugleich grösster Aktionär und Gläubiger – sei bereit, etwa 4,4 Milliarden Dollar in die Hand nehmen, sagte am Freitag ein Sprecher von Lamperts Hedgefonds ESL Investments.

Der Plan sehe vor, etwa 425 der Läden zu bewahren und damit die Arbeitsplätze von etwa 50'000 der 68'000 Angestellten zu retten. Teil von Lamperts Offerte sei die Unterstützung durch 1,3 Milliarden Dollar an Finanzierungen von drei verschiedenen Banken. Sears wird das Angebot Insidern zufolge nun prüfen. Es bleibe aber die Möglichkeit, dass die Offerte abgelehnt werde, hiess es.

Letzte Möglichkeit

Lamperts Vorstoss gilt als letzte Möglichkeit, Sears vor der Schliessung zu bewahren. Der Konzern wurde Ende der 1880er Jahre gegründet und dominierte mit seinem Bestellkatalog lange Zeit die Kaufhausbranche in den USA. In den folgenden Jahrzehnten machten dem Unternehmen die aufstrebenden Discounter wie Walmart und Target immer mehr zu schaffen.

Zuletzt setzte vor allem der Online-Handel durch Konkurrenten wie Amazon Sears zu. Im April 2007 hatte die Sears-Aktie noch ein Rekordhoch von 119 Dollar erreicht. Doch seither ging es bergab. Seit 2008 stagnieren die Umsätze, und in den vergangenen sieben Jahren wies Sears nur Verluste aus. Die Aktie stürzte ab und kostete zuletzt weniger als einen Dollar. Im Oktober meldete der Konzern Insolvenz an.

Lamperts ESL will Kette ganz übernehmen

Bisher liegen nur Angebote zum Kauf von Teilen von Sears vor, einzig Lamperts ESL will die Kette als Ganzes übernehmen. Lampert will Sears Insidern zufolge Schulden über 1,8 Milliarden Dollar erlassen. Teil des Plans sei eine Finanzierung über die Sears-Kreditgeber Bank of America und Citigroup sowie die Royal Bank of Canada, die vorher noch kein Kreditgeber gewesen sei.

Die Institute wollen demnach 950 Millionen Dollar über ein sogenanntes Asset-basiertes Darlehen und 350 Millionen Dollar über eine revolvierende Kreditlinie bereitzustellen. Zum Angebot gehörten auch rund 400 Million Dollar von bankfremden Kapitalgebern, sagten mit der Sache vertraute Personen.

(Reuters/sda)

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