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Orkan
14 Tote bei Herbststürmen in Europa

Holland: Die Niederländer blieben freiwillig zu Hause. (Bild: Keystone)

Europa erlebte die ersten heftigen Herbststürme des Jahres. Tausende Haushalte mussten ohne Strom auskommen, es gab mindestens 14 Tote.

Veröffentlicht am 29.10.2013

Die ersten heftigen Herbststürme des Jahres sind über mehrere Länder Europas gezogen und haben über 14 Menschen das Leben gekostet. Viele Menschen wurden von umstürzenden Bäumen erschlagen. Tausende Haushalte mussten ohne Strom auskommen.

Tief «Burkhard» und Orkantief «Christian» hatten seit dem Wochenende heftige Regenfälle und starken Wind über Teile Europas gebracht. In Deutschland starben seit Sonntag sieben Menschen durch Sturmböen von mancherorts mehr als 170 Kilometern pro Stunde. Grossbritannien registrierte am Montag vier Todesopfer, die Niederlande, Frankreich und Dänemark je eines.

In Hever im Südosten Englands kam nach Polizeiangaben ein 17-jähriges Mädchen ums Leben, als ein Baum auf ihren Wohnwagen stürzte. In Watford nördlich von London wurde ein Mann in seinem Auto ebenfalls von einem umstürzenden Baum erschlagen.

In London wurden ein Mann und eine Frau durch eine Gasexplosion in einem Haus getötet, nachdem ein umgefallener Baum Schaden angerichtet hatte. An der Küste in Sussex wurde wegen des Unwetters die Suche nach einem 14-Jährigen eingestellt, der am Sonntag von den Wellen ins Meer gerissen worden war.

Der Wind fegte nach Angaben des Wetterdienstes mit Geschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunde über grosse Teile Grossbritanniens. Auf der Isle of Wight wurden sogar Sturmböen von fast 160 Kilometern pro Stunde gemessen.

Verkehrschaos in Südengland

Stundenlanger heftiger Regen sorgte zudem vielerorts für Überschwemmungen. Zwischen London und dem Süden und Westen Englands fuhren am Morgen keine Züge, am Flughafen London-Heathrow wurden 130 Flüge gestrichen. Auch gut zwei Dutzend Verbindungen von und nach der Schweiz waren betroffen. Von den Häfen in Dover und Calais in Frankreich legten mehrere Stunden lang keine Fähren mehr ab.

Hunderte Bäume und Stromleitungen wurden umgerissen, zwischenzeitlich waren in Grossbritannien rund 270'000 Haushalte ohne Strom.

Auch im Nordwesten Frankreichs wütete das Orkantief «Christian». Auf der Insel Belle-Île in der Bretagne wurde eine Suchaktion gestartet, nachdem eine Frau von den Wellen ins Meer gerissen wurde.

Am Cap Gris-Nez am Ärmelkanal wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 147 Stundenkilometern gemessen. 65'000 Haushalte waren am Morgen ohne Strom.

Sturmflutwarnung an deutscher Nordseeküste

In Deutschland entwickelte das Orkantief laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) Windgeschwindigkeiten von bis zu 162 Kilometern pro Stunde. Vor allem der Norden war betroffen.

Ein Autofahrer und ein Mädchen wurden in Gelsenkirchen getötet, als ein Baum auf ihren Wagen fiel. Auch auf einer Landstrasse in Niedersachsen wurde eine Autofahrerin vom Baum erschlagen, ebenso wie ein Mann in Flensburg.

Ebenfalls in Schleswig-Holstein wurde eine Frau, die im Garten abgefallene Äste aufhob von einer umstürzenden Mauer getötet.

Bereits am Sonntag war in einem See in der Nähe von Köln ein Segler gestorben, nachdem er mit seinem Boot gekentert war. Bei Sundern im Hochsauerlandkreis ertrank am gleichen Tag ein Angler, weil sein Boot vermutlich umgekippt war.

Der Regionalverkehr der Deutschen Bahn in Schleswig-Holstein wurde eingestellt. Starke Beeinträchtigungen gab es auch bei der S-Bahn in Hamburg sowie im Bahnverkehr in Niedersachsen, wie die Deutsche Bahn mitteilte.

Freiwilliges Daheimbleiben in Amsterdam

Im niederländischen Amsterdam fiel am Montag ein umstürzender Baum auf eine Frau und tötete sie. Die Behörden der Stadt riefen am gleichen Tag die Menschen auf, in ihren Wohnungen zu bleiben. Am Flughafen Schiphol fielen Dutzende Flüge aus.

Auf der dänischen Insel Seeland wurde ein Mann von herabfallenden Dachziegeln erschlagen, wie die Polizei Medienberichten zufolge bekanntgab.

(sda/chb)

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