Gegen 200 Unfälle auf Schnee und Eis meldeten die Polizeien verschiedener Kantone. Etliche Lenker waren zu schnell und unvorsichtig unterwegs - und auch Alkohol war in einigen Fällen im Spiel. Schwere Verletzungen gab es jedoch kaum.

Allein der Kanton Bern meldete für Freitagabend und Samstag 60 Zusammenstösse mit fünf Verletzten. Im Kanton Zürich zählte die Polizei in der Nacht auf Sonntag rund 40 und am Sonntag weitere 30 Kollisionen mit zwei Leichtverletzten. Auch in der Ostschweiz und im Mittelland krachte es besonders oft auf schneebedeckten Strassen. Meist gingen die Kollisionen glimpflich aus - viele Lenker und Mitfahrer verletzten sich nur leicht oder gar nicht.

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Viele sind schlicht zu fahrlässig unterwegs

Eine Ausnahme bildet ein Selbstunfall in der Lenzerheide GR. Dort kam ein 36-jähriger Automobilist von der Strasse ab. Sein Auto fuhr eine Böschung hinunter und wurde von einem Baumstrunk gebremst. Der Aufprall war so heftig, dass seine 32-jährige Beifahrerin mit dem Helikopter ins Spital geflogen werden musste. Der Lenker selbst wurde mit der Ambulanz ins Spital gefahren.

Etliche Lenker waren zu schnell oder unaufmerksam unterwegs. Die Kantonspolizei St. Gallen machte in einem Communiqué «nicht angepasste Fahrweise» für viele Unfälle auf dem Kantonsgebiet verantwortlich.

Schleudertraining mit Promille

Auch Alkohol war in einigen Fällen mit im Spiel. So wollte ein angetrunkener 26-Jähriger in der Nacht auf Samstag in Schänis SG sein Auto auf Wintertauglichkeit testen. Mit vier Mitfahrern schleuderte er in eine Fahnenstange. Verletzt wurde niemand.

1,6 Promille Alkohol im Blut hatte ein Mann, der nach einem Selbstunfall mit einem Kandelaber in Gommiswald SG zunächst das Weite gesucht hatte. Zuhause stellte er fest, dass sein Nummernschild abgefallen war, und kehrte an den Unfallort zurück, wo ihn die Polizei in Empfang nahm. Seinen Führerschein musste er auf der Stelle abgeben.

Mehrere Unfallfahrten endeten in einem Bach oder mit einem umgekippten Fahrzeug. So war ein 19-jähriger Neulenker bei Sax SG mit Sommerpneus mit schlechtem Profil unterwegs. Sein Wagen driftete von der schneebedeckten Strasse ab, prallte in einen Weidezaun und das Geländer des Zielbachs, bevor die Schleuderfahrt im Bach ein Ende nahm.

Auch in Gossau SG landete ein Personenwagen im Bach, und in Neuenhof AG blieb ein Auto in Seitenlage an zwei Bäumen stecken. In Ziehen AG kippte das Fahrzeug eines 18-Jährigen ebenfalls um. Der Junglenker verletzte sich leicht.

Eingenickt und abgedriftet

Oft handelte es sich bei den Malheurs auf Schnee um Selbstunfälle. Einzelne Unfallverursacher zogen aber auch andere Lenker in Mitleidenschaft. Auf der Autobahn A1 bei Wil SG nickte ein 25-jähriger alkoholisierter Fahrer ein und prallte in das Heck des Wagens vor ihm, das sich um die eigene Achse drehte und auf dem Pannenstreifen landete. Beide Männer blieben unverletzt.

In Frutigen BE kam am Samstagmorgen ein Kleinbus ins Schleudern. Er geriet auf die Gegenfahrbahn und krachte frontal in einen Linienbus. Der Lenker des Kleinbusses und ein Mitfahrer wurden verletzt.

In den nächsten Tagen geht es winterlich weiter. Wie MeteoNews am Sonntag mitteilte, werden im Flachland zum Wochenstart Temperaturen zwischen -10 und -6 Grad erwartet. In den Bergen kann es bis zu -30 Grad kalt werden.

(sda/chb/me)