Das Bezirksgericht Zürich hat am Mittwoch einen 53-Jährigen wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte zu 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Er hatte einem Tramführer ein Joghurt über den Kopf geschüttet, so dass dieser seinen Dienst nicht mehr ausüben konnte.

Der Beschuldigte war an einem Vormittag im April 2014 als Passagier der Tramlinie 11 unterwegs. Nach einem brüsken Bremsmanöver – so die Darstellung der Anklage – war er so erbost, dass er zum Führerstand ging und dort seinen ganzen Joghurtbecher über dem Tramführer ausleerte.

Brüskes Bremsmanöver

Der Inhalt des Bechers ergoss sich über das Gesicht und die Kleider des am Lenkrad sitzenden Tramchauffeurs. Dieser konnte danach seinen Fahrdienst nicht mehr fortsetzen.

Vor Gericht präsentierte der beschuldigte Schweizer, der ohne Verteidiger erschien, eine ganz andere Version. Demnach wollte er dem Tramchauffeur lediglich den Joghurtbecher zeigen, der beim brüsken Bremsmanöver in die Brüche gegangen sei. Aus Versehen sei ihm dann der Becher aus der Hand gerutscht.

Joghurt-Attacke als Racheakt

Das Gericht taxierte diese Darstellung als unglaubhaft. Aufgrund der Videoaufnahme und der Aussage des Tramführers kam es zum Schluss, dass sich der Beschuldigte mit seiner Joghurt-Attacke für das brüske Bremsmanöver habe rächen wollen.

Der 53-Jährige ist bereits einschlägig vorbestraft. Schon einmal hatte er einen Beamten der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) angegriffen und diesen ins Bein getreten. Das Gericht verurteilte ihn deshalb nun zu einer unbedingten Strafe von 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit.

(sda/ise/ama)

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