Diebe haben eine Reliquie mit dem Blut des verstorbenen Papstes Johannes Paul II. aus einer Kirche in Italien gestohlen. Die Polizei habe eine Fahndung mit 50 Beamten samt Spürhunden eingeleitet, berichtete die Zeitung «La Repubblica».

Die Reliquie war demnach am Samstag aus der Kirche des Ortes San Pietro della Ienca in den zentralitalienischen Abruzzen entwendet worden. Anders als zunächst verlautbart, handelte es sich nicht um eine Ampulle, sondern um «ein mit Blut getränktes Stoffstück», wie der Präsident des Kulturvereins San Pietro della Ienca, Pasquale Corriere, der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Nach seinen Angaben war die Kirche wegen eines Schneesturms geschlossen gewesen. «Als wir sie wieder öffneten, haben wir gesehen, dass die Gitterstäbe vor einem Fenster durchgesägt worden waren. Die Diebe sind dort eingebrochen und haben die Reliquie gestohlen», sagte Corriere.

Blut vom Attentat 1981?

Die Staatsanwaltschaft von L'Aquila eröffnete Ermittlungen zum Diebstahl. Die Reliquie war der kleinen Kirche 2011 von dem früheren Privatsekretär des Papstes und heutigem Kardinal von Krakau, Stanislaw Dziwisz, geschenkt worden. Von wo das Blut stammt, konnte Corriere nicht genau sagen. Laut örtlichen Medien trug Johannes Paul das Kleidungsstück, als der türkische Extremist Mehmet Ali Agca 1981 auf den Papst schoss und ihn schwer verletzte.

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Der 2005 verstorbene Papst besuchte die Region regelmässig, um dort zu wandern oder Ski zu fahren. Weltweit gibt es nur drei Reliquien mit dem Blut des polnischen Papstes, wie Corriere der Nachrichtenagentur Ansa sagte.

Eine von ihnen wurde im August 2012 gestohlen, tauchte aber wenige Stunden später wieder auf. Johannes Paul II. und Papst Johannes XXIII. sollen im April heiliggesprochen werden.

(sda/me)