Nach der Bruchlandung eines Flugzeuges auf der taiwanesischen Insel Penghu laufen die Bergungsarbeiten auf Hochtouren. Nach der Verwirrung über die Zahl der Opfer bezifferte die Fluggesellschaft Transasia die Zahl der Getöteten am Donnerstag auf 48 Menschen.

Zehn Überlebende würden im Spital behandelt, meldete die taiwanesische Nachrichtenagentur CNA. Angehörige wurden am Donnerstag nach Penghu gebracht. Nach Angaben des französischen Aussenministeriums sind auch zwei Franzosen unter den Opfern.

Entschädigungen für Angehörige

Die Fluggesellschaft Transasia versprach Angehörigen nach der Bruchlandung Entschädigungen. Für jeden der 48 getöteten Insassen werde deren Familie 200'000 Taiwandollar (6000 Franken) sowie 800'000 Taiwandollar für die Beerdigung gezahlt, meldete die taiwanesische Nachrichtenagentur CNA.

Flug GE222 war am Mittwoch bei Sturm in ein Dorf in unmittelbarer Nähe zu seinem Zielflughafen Magong gestürzt. Die Maschine mit 54 Passagieren und 4 Crew-Mitgliedern war vom Flughafen von Kaohsiung im Süden Taiwans zum Magong-Flughafen auf Penghu aufgebrochen. Gegen 19 Uhr Ortszeit stürzte das Regionalverkehrsflugzeug vom Typ ATR 72 mit zwei Triebwerken in das Dorf und fing Feuer.

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Späterer Start wegen Sturmwarnung

Jean Shen von Taiwans Luftverkehrsbehörde sagte Journalisten, dass sich der Start von Flug GE222 wegen schlechten Wetters von 16 Uhr auf 17.43 Uhr verschoben hatte. Trotz Sturmwarnung habe das Flugzeug eine Starterlaubnis bekommen, weil sich das Wetter etwas besserte.

«Der Tower [auf Penghu] bekam um 19.06 Uhr von dem Flugzeug eine Anfrage für einen Durchstart«, sagte Jean Shen. «Dann verschwand das Flugzeug vom Radar.« Es sei rund einen Kilometer von der Landebahn entfernt in ein Wohngebiet gestürzt. Anwohner seien nicht verletzt worden.

Ein Dorfbewohner berichtete von einem lauten Knall und vier Stockwerke hohen Flammen. «Das passierte nur 150 Meter von meinem Haus entfernt», sagte er der Hongkonger Zeitung «South China Morning Post». «Das Flugzeug krachte in ein Haus, aber dort waren zu der Zeit zum Glück keine Menschen drin.»

(sda/me)