Nach einer Schwert-Attacke in einer schwedischen Schule ist nach einem Lehrer und einem Schüler auch der Täter gestorben. Mit einem Schwert oder langen Messer bewaffnet hatte der 21-Jährige am Donnerstag im westschwedischen Trollhättan auf vier Menschen eingestochen.

Der Lehrer starb noch am Tatort, ein Junge später im Spital. Ein weiterer Lehrer und ein Schüler schwebten am Nachmittag in Lebensgefahr. Mit zwei Schüssen hatte die Polizei den jungen Mann gestoppt. Nach Angaben der Polizei soll es sich um einen Einzeltäter gehandelt haben. Das Motiv des Täters war zunächst unklar.

Problemschule

Maskiert, in schwarzer Kleidung und mit einem Schwert oder Messer bewaffnet habe der Täter die Schule in Trollhättan betreten, sagten Schüler dem schwedischen Fernsehen. Nach Angaben Polizei stach er mit mehreren «messerähnlichen» Gegenständen zu. Der Vorfall soll sich im Café der Schule abgespielt haben, die öffentlich zugänglich ist.

Es handelt sich um eine Problemschule in einem weniger privilegierten Viertel der Industriestadt. Rund 400 Kinder und Jugendliche von der ersten bis zur neunten Klasse besuchen die Schule. Schon häufiger sei über die Sicherheit der Schüler diskutiert worden, sagte ein Oppositionspolitiker in Trollhättan schwedischen Medien.

Schüler glaubten an Halloween-Scherz

Näheres zu den Hintergründen des Angriffs war auch Stunden später noch nicht bekannt. Es hiess in Medienberichten nur, der Täter habe eine «Star Wars»-Maske getragen. Laut Ermittlern wurde der Angreifer inzwischen identifiziert; es soll sich um einen etwa 20-jährigen Mann handeln. Seine Wohnung sollte noch im Laufe des Tages durchsucht werden.

Ein Schüler berichtete der schwedischen Nachrichtenagentur TT, er und andere Schüler hätten zunächst an einen Halloween-Scherz geglaubt: «Als wir ihn sahen, dachten wir, das ist ein Witz. Er trug eine Maske und schwarze Kleidung und einen langen Säbel. Viele Schüler wollten ein Foto mit ihm und seinen Säbel berühren.» Nach Angaben von TT hatte der Angreifer sogar mehrere Stichwaffen bei sich.

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Rätselraten über Motiv

An der Schule rund 80 Kilometer nördlich von Göteborg herrsche grosses Durcheinander, erklärte ein Polizeisprecher. Polizisten durchsuchten das Gebäude, um sicherzustellen, dass es nicht noch mehr Verletzte gebe. Ein Krisenstab sei eingerichtet.

Der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven sprach nach dem Angriff von einem «schwarzen Tag für Schweden». Über das Motiv des Täters rätselten die Ermittler zunächst. Am späten Nachmittag wollte die Polizei in einer Pressekonferenz mehr Details bekanntgeben.

Angriffe in Schulen sind in dem Land äusserst selten. Der letzte liegt 54 Jahre zurück: Bei der Attacke in einer Berufsoberschule der Stadt Kungälv waren 1961 ein Jugendlicher erschossen und sechs weitere verletzt worden.

Trollhättan ist rund eine Autostunde von Göteborg entfernt und hat 57'000 Einwohner. Es ist die Heimatstadt des inzwischen insolventen Autoherstellers Saab.

(sda/chb)