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Archäologen entdecken alte Siedlung in Winterthur

Grubenhaus und Siegelring: Funde aus Frühmittelalter und Römerzeit. Kantonsarchäologie Zürich

Bei einer Notgrabung haben Zürcher Archäologen eine frühmittelalterliche Siedlung entdeckt. Gefunden wurden Objekte aus dem Frühmittelalter, aber auch mehrere Gegenstände aus römischer Zeit.

Veröffentlicht am 15.09.2015

Archäologen haben bei den Ausgrabungen im Gebiet Hegmatten in Winterthur sieben Grubenhäuser aus dem Frühmittelalter freigelegt. Der Fund eines Spinnwirtels bestätigte ihre Vermutung, dass in diesen Gebäuden Textilien verarbeitet wurden.

Längliche Gruben deuteten möglicherweise auf Standorte von Webstühlen hin, teilte die Zürcher Baudirektion am Dienstag mit. Daneben seien bislang Spuren von rund 400 Pfosten entdeckt worden, die von weiteren Gebäuden oder Baumassnahmen wie etwa Zäunen stammen.

Glasperlen, Messerklingen und Münzen

Einige dieser Pfostenlöcher stehen in regelmässig angeordneten parallelen Reihen und bilden Hausgrundrisse. Bei diesen Gebäuden dürfte es sich laut Kantonsarchäologie um Wohnhäuser handeln. Brandgerötete Stellen sowie Konzentrationen von Holzkohle und Hitzesteinen deuteten auf Feuerstellen hin.

Bisher geborgene Fundobjekte stammten aus der Zeit des 6. und 7. Jahrhunderts. Gefunden wurden etwa Glasperlen und Messerklingen, aber auch diverse römische Münzen, zwei römische Fingerringe sowie Teile mehrerer römischer Fibeln.

Kleines Städtchen in römischer Zeit

Für die Archäologen ist die Rettungsgrabung auf der Baustelle des Hochwasserbeckens Hegmatten von grossem Interesse. Oberwinterthur war in römischer Zeit eine kleinstädtische Siedlung.

Im 6. und 7. Jahrhundert wurde in der spätrömischen Befestigung auf dem Kirchhügel eine erste Kirche gebaut. In diese Zeit gehöre auch die neu entdeckte Siedlung in der Hegmatten, schreibt die Baudirektion. Die Grabungsarbeiten dauern noch bis Ende dieses Jahres.

(sda/gku/mbü)

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