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Sotschi 2014
Auch die billigsten Winterspiele waren zu teuer

706'000 Franken haben die II. Olympischen Spiele in St. Moritz gekostet.   Keystone

Die Winterspiele in Sotschi sollen mehr als 50 Milliarden Franken gekostet haben. Dass aber auch billige Spiele nicht für ein ausgeglichenes Budget garantieren, zeigt ein Blick in die Vergangenheit.

Von Gabriel Knupfer
am 10.02.2014

706'000 Franken kosteten 1928 die II. Olympischen Winterspiele in Sankt Moritz. Die Ausgaben waren damit gut 70'000 mal kleiner als 2014.  Klar, der Vergleich ist aufgrund der gestiegenen Preise und den veränderten Rahmenbedingungen nicht zulässig. Trotzdem ist die Vermutung, dass die Spiele auch sonst um einiges teurer geworden sind, nicht von der Hand zu weisen.

Es ist indes nicht so, dass die vergleichsweise billigen Spiele aus der Zwischenkriegs- und frühen Nachkriegszeit keine Finanzierungsprobleme gehabt hätten. Die I. Winterspiele in Chamonix, die im Rahmen der Sommerspiele von Paris stattfanden, hatten noch einen Gewinn erzielt. Ihnen wurde aber erst nachträglich der Status von Olympischen Spielen zuerkannt.

Schon damals: Teure Sportanlagen

Schon die II. Spiele in Sankt Moritz waren dann ein Verlustgeschäft. Als Lückenbüsser für die Niederlande, musste der Wintersportort neue Sportanlagen bauen. Alleine die Skisprungschanze verschlang mit 250'000 Franken mehr als ein Drittel des gesamten Budgets.

Die Gemeinde Sankt Moritz und der Kanton Graubünden, die die Hauptlast des Olympiaprojekts zu tragen hatten, wurden vom Bund nur sehr bedingt unterstützt. So wollte der Bundesrat keine Sonderbriefmarke zur Finanzierung der Spiele herausgeben und sprach lediglich 100'000 Franken für die Organisation und die Teilnahme der Schweizer Mannschaft an den Spielen in Sankt Moritz und Amsterdam.

Verlust für die Organisatoren

Durch den Verkauf von Eintrittskarten, ein Garantiekapital und eine nationale Sammelaktion, bei der immerhin fast 40'000 Franken zusammenkamen, konnte ein Teil der Ausgaben gedeckt werden. Trotzdem blieben die Organisatoren am Ende auf einem Verlust von mehr als 100'000 Franken sitzen.

Lesen Sie als nächste Zahl des Tages: Die Winterspiele, die nie stattfanden.

Bereits veröffentlicht: Als nur 13 Frauen bei Olympia teilnahmen.

 

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