Belgien hat einen neuen König. Heute überließ Albert II. den Thron offiziell seinem 53 Jahre alten Sohn Prinz Philippe. Vor Unterzeichnung der Abdankungsurkunde im Königspalast in Brüssel appellierte der 79-Jährige ein letztes Mal an sein Volk, die Einigkeit des Landes zu wahren.

Belgien ist gespalten zwischen den Niederländisch sprechenden Flamen im Norden und den frankophonen Wallonen im Süden. Flandern strebt nach einer größeren Unabhängigkeit vom ärmeren Wallonien. Zudem haben viele Belgier im Norden Vorbehalte gegen die Monarchie, die als im einst mächtigeren Süden des Landes verwurzelt gilt. Der König hat weitgehend repräsentative Aufgaben, beauftragt nach Wahlen aber auch Politiker mit der oft schwierigen Koalitionsbildung.

Knappe Kassen

Trotz kritischer Stimmen aus dem Lager der Monarchie-Gegner versammelten sich am Sonntag zahlreiche Menschen vor dem Königspalast in Brüssel. Die Feierlichkeiten wurden auf den belgischen Nationalfeiertag und das 20-jährige Thronjubiläum Alberts II. gelegt.

Angesichts knapper Kassen und sparmüder Bürger wollte die Regierung so Kosten senken. In Belgien ist nur wenig über den neuen König bekannt, der als verschlossener als sein Vater gilt.

(jev/reuters)