Das an der Universität Bern entwickelte Laser-Höhenmessgerät BELA wird am 5. Oktober der europäischen Raumfahrtagentur ESA übergeben. Ab 2024 soll es im Rahmen der BepiColombo-Mission die Oberfläche des Merkur vermessen. BELA sei das erste in Europa für die Planetenforschung entwickelte Laser-Altimeter überhaupt, teilte die Universität Bern am Dienstag mit. Ein Altimeter ist ein Gerät, mit dem man die Höhe von Objekten - oder in diesem Fall Strukturen auf der Planetenoberfläche - messen kann. BELA steht für «BepiColombo Laser Altimeter».

Ein internationales Forscherteam mit Beteiligten aus der Schweiz, Deutschland und Spanien hat das Messgerät seit 2005 am Center for Space and Habitability der Uni Bern entwickelt. Voraussichtlich im April 2018 wird BELA an Bord des Mercury Planetary Orbiter der ESA die Reise zum innersten Planeten unseres Sonnensystems antreten. Nach der 80 Millionen Kilometer weiten Reise wird die Raumsonde in eine Umlaufbahn um den Merkur einschwenken.

3D statt 2D

Ab 2024 wird BELA dann Daten über die Topografie der Planetenoberfläche liefern. «Bisher hatten wir dank Kameraaufnahmen 2D-Bilder des Planeten. BELA wurde geschaffen, um uns die Analyse der dritten Dimension zu ermöglichen», sagt Co-Projektleiter Nicolas Thomas von der Uni Bern gemäss der Mitteilung.

Das Altimeter sendet kurze Infrarot-Laserpulse zur Merkur-Oberfläche hinunter. Diese reflektiert die Laserpulse, die von einem in der Schweiz entwickelten ultraleichten Teleskop wieder aufgefangen werden. Anhand der Zeit, die die Laserpulse auf dem Weg zur Oberfläche und zurück benötigen, lässt sich der Abstand zwischen der Sonde und der Oberfläche berechnen.

BELA misst auf einer Entfernung von 100 Kilometern bis auf einen Meter genau. «Das ist, als würde man von Hamburg aus die Distanz zur Eiger-Nordwand auf einen Meter genau messen», erklärte Thomas.

Gewicht als Herausforderung

Die Herausforderung war, ein solch präzises Messinstrument für den Einsatz im Weltraum zu entwickeln, das unter 14 Kilogramm wiegt, fügte BELA-Projektmanager Karsten Seiferlin gemäss der Mitteilung hinzu. Auch dass der Merkur der sonnennächste Planet ist und in seiner Umlaufbahn Temperaturen von bis zu 200 Grad Celsius herrschen, stellte die Entwickler vor eine Herausforderung.

Anzeige

BELA werde viel dazu beitragen, den Planet Merkur besser zu verstehen, ist Thomas überzeugt. «Für Albert Einstein waren die Erkenntnisse über die Bewegungen des Merkur enorm wichtig bei der Entwicklung der Relativitätstheorie. Es ist ein schöner Gedanke, dass die Universität Bern, an der er tätig war, mit diesem Messinstrument eine führende Rolle bei der Erforschung dieses Planeten einnimmt.»

(sda/gku)