Berner Forscherinnen und Forscher haben erfolgreich eine neue Methode für Handtransplantationen getestet. Im Laborversuch konnte das Forschungsteam eine Alternative für die totale Immunsuppression, die als Hauptproblem bei Handtransplantationen gilt, finden.

Handamputierte müssen für eine Transplantation immunsupprimiert werden. Das bedeutet, dass ihr gesamtes Immunsystem mit Medikamenten heruntergefahren wird, damit der Organismus das fremde Gewebe nicht abstösst.

Lokale Behandlung

Diese Therapie ist mit Nebenwirkungen und Einschränkungen der Lebensqualität verbunden, wie das Inselspital und die Universität Bern am Mittwoch mitteilten. Die sogenannte systemische Immunsuppresion konnte nun aber im Laborversuch an Ratten durch eine lokale Behandlung der transplantierten Gliedmasse ersetzt werden.

Gelungen ist dies einem Forschungsteam der Universitätsklinik für Plastische- und Handchirurgie des Inselspitals und des Departements Klinische Forschung (DKF) der Universität Bern um den Naturwissenschafter Thusitha Gajanayake aus Sri Lanka.

Beide Hände verloren

Für Professorin Esther Vögelin, Chefärztin und Co-Direktorin der Universitätsklinik für Plastische und Handchirurgie, bedeutet dieser Labor-Erfolg für künftige Handtransplantations-Patienten Hoffnung auf eine deutlich verbesserte Lebensqualität. Die systemische Immunsuppression könnte reduziert oder ganz weggelassen werden.

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Das Berner Forschungsteam arbeitet nun am langjährigen Ziel weiter, in der Schweiz eine Handtransplantation vornehmen zu können. Längerfristig soll dies dann mit einem optimierten Konzept der Immunsuppression geschehen können.

Jahr für Jahr verlieren in der Schweiz 15 bis 20 Menschen durch Unfall ihre Hand. Insbesondere bei Patienten, die beide Hände verloren haben, gilt die Handtransplantation bei geeigneten Voraussetzungen als beste Behandlungsmethode.

(ama/aho/sda)