Mehr als zwei Jahre nach dem Abriss der Gebäude haben Besetzer am Freitagabend das leerstehende Zürcher Binz-Areal in Beschlag genommen. Zuvor hatten sie sich Scharmützel mit der Polizei geliefert. Diese setzte Gummischrot ein.

Laut einem Sprecher der Stadtpolizei Zürich hatten sich gegen 17.30 Uhr rund 100 teils vermummte Personen an der Ecke Grubenstrasse/Uetlibergstrasse versammelt. Die Polizei rückte darauf an den Ort des Geschehens aus.

Gummischrot gegen Demonstranten

Die Demonstranten hätten den Verkehr gestört und auch eine Polizeipatrouille bedrängt, sagte der Sprecher weiter. Die Polizei habe deshalb Gummischrot eingesetzt.

Im Anschluss daran zog die Gruppe zum nahegelegenen Binz-Areal weiter und nahm die Brache in Beschlag. Diese steht seit über zwei Jahren leer. Zuvor war sie während mehrerer Jahre besetzt gewesen.

Sechs Personen vorübergehend festgenommen

Auf dem Areal befanden sich gegen 20 Uhr etwa 150, teils vermummte Personen. Die Stimmung sei friedlich, sagte der Sprecher. Sechs Personen wurden nach der Kontrolle im Umfeld des Areals für weitere Abklärungen auf die Polizeiwache gebracht.

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Hinweise auf Sachbeschädigungen sind derzeit nicht bekannt. Ob die Polizei die Besetzer gewähren lasse, sei noch offen. Man analysiere die Lage fortlaufend, teilte die Polizei am späten Abend mit.

«Konzerte und Vorträge zur Erweiterung unserer Horizonte»

Die Besetzer hatten ihrerseits in einem Communiqué zu einem «grossen Fest» auf dem Binz-Areal geladen. Sie wollten der seit dem Abriss «ungenutzten Binz-Brache für drei Tage neues Leben» einhauchen und kündigten «Konzerte und Vorträge zur Erweiterung unserer Horizonte» an.

(sda/gku)