Die Lage in den Hochwassergebieten im Kanton Bern und entlang der Aargauer Fliessgewässer bleibt kritisch. Teile der Ufer von Bieler- und Thunersee stehen unter Wasser. Im Aargau werden am Mittwochnachmittag weitere Spitzenwerte erwartet.

Nochmals angestiegen ist der Pegel des Bielersees. Um 11 Uhr stand er elf Zentimeter über der Hochwassermarke, Tendenz steigend. Die St. Petersinsel ist mittlerweile vom Festland abgeschnitten.

Schon am Montagnachmittag war der Heidenweg überflutet worden, am Dienstag trat dann das allgemeine Bootsfahrverbot auf dem See in Kraft. Kurz zuvor wurden 60 Gäste des Klosterhotels auf dem Seeweg evakuiert, wie das «Journal du Jura» berichtete.

Weniger Regen als befürchtet

Im Berner Oberland und entlang der Aare zeigen sich die Gewässerpegel auf hohem Niveau relativ stabil. Der Pegel des Thunersees sank in der Nacht auf Mittwoch sogar etwas. Der Hochwasser-Entlastungsstollen war am Morgen nicht mehr voll geöffnet.

Der Abfluss der Aare in Bern ist unverändert hoch. Zu grösseren Schäden kam es bisher im ganzen Kantonsgebiet nicht. Bei der Kantonspolizei gingen in der Nacht auf Mittwoch nur noch eine Handvoll Meldungen ein - meist über vollgelaufene Keller.

Spitzenwerte für Nachmittag erwartet

Auch im Aargau liess der Regen die Pegelstände von Flüssen und Bächen erneut ansteigen. Im Freiamt mussten die Feuerwehren zu rund 15 Einsätzen wegen überfluteter Keller und ähnlicher Vorfälle ausrücken.

Und eine Entspannung ist noch nicht in Sicht: Der kantonale Führungsstab erwartet für Mittwochmittag und -nachmittag weitere Spitzenwerte. Die Lage rund um die Aargauer Gewässer wird laut dem kantonalen Führungsstab bis und mit Wochenende angespannt bleiben. Die Aare dürfte noch während rund zwei Wochen viel Wasser führen.

Die Rheinschifffahrt ist am Mittwochmorgen auf der engen Stadtstrecke in Basel wieder gesperrt worden. Kurz vor Mittag wurden beim Messpunkt Rheinhalle 823 Zentimeter gemessen. Ab der Hochwassermarke von 820 Zentimeter ist die gesamte Schifffahrt im Raum Basel zwischen Kembs (F) und Rheinfelden gesperrt.

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Hoch Suse bringt Verschnaufpause

Nach einer mehrstündigen Regenpause hatte es am Dienstagabend laut SRF Meteo zunächst im Mittelland, in der Nacht auch an den Voralpen Niederschläge von 5 bis 15 Millimeter Regen gegeben. In der zweiten Nachthälfte wurde es auch im Nordtessin und in Graubünden nass.

Auch heute Mittwoch liegt die Schweiz nach Angaben von Meteonews noch immer in einer südwestlichen Höhenströmung, die viele Wolken und Regen mit sich bringt. Im Verlauf des Tages kommt allerdings vom Jura her eine Wetterbesserung mit etwas trockeneren Luftmassen.

Dafür verantwortlich ist unter anderem das Hochdruckgebiet Suse, welches aktuell über der iberischen Halbinsel liegt. In dessen Genuss kommt die Schweiz spätestens am Donnerstag, der recht sonnig zu werden verspricht, mit 18 Grad im Norden und 21 Grad im Süden. Doch schon der Freitag wird dann wieder zunehmend nass.

(sda/chb)