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Hochwasser
Bodensee tritt über die Ufer und steigt weiter

Provisorische Schutzmauer am Freitag in Steinach: Das Wasser steigt weiter. Keystone

Der Bodensee hat die Schadengrenze überschritten. Mit dem Höchststand rechnen die Behörden aber erst am Montag. Die starken Regenfälle der letzten Tage sorgen in der ganzen Schweiz für Probleme.

Veröffentlicht am 18.06.2016

Trotz Wetterberuhigung steigt der Pegel des Bodensees weiter an. Mit dem Höchststand rechnen die Behörden am Montag. Die Schadengrenze ist überschritten.

Am Bodensee gilt weiterhin die Gefahrenstufe 4 von 5, wie das Bundesamt für Umwelt (Bafu) informierte. Der Pegel in Romanshorn stand am Samstagmittag bei 397,23 Metern über Meer. Laut den Prognosen dürfte der Höchststand am Montag erreicht werden.

In Romanshorn wird am Montagmorgen ein Pegel von 397,36 Metern über Meer erwartet. Dieser liegt noch vier Zentimeter unterhalb der Grenze für die höchste Gefahrenstufe des Bundes und einen halben Meter unter der Höchstmarke des Jahrhunderthochwassers von 1999.

Gebäudeversicherung muss zahlen

Ob die genauen Prognosen eintreffen werden, stehe trotz modernster Messmethoden und computergestützter Berechnungsmodellen erst im Nachhinein fest, sagte Marco Baumann vom Thurgauer Amt für Umwelt der Nachrichtenagentur sda.

Klar sei, dass der Bodensee die Schadengrenze bereits überschritten habe. Das bedeute, dass die Gebäudeversicherung die Hochwasserschäden der Hausbesitzer tragen müsse. Allerdings müssten die Eigentümer betroffener Liegenschaften genügende Schutzmassnahmen vorweisen können.

Die Gemeinden am Untersee, welche vom Jahrhunderthochwasser von 1999 stark betroffen waren, haben laut Baumann viel in den Schutz vor Hochwasser investiert, sodass keine grösseren Schäden an der Infrastruktur zu erwarten seien.

Schifffahrt in Basel betroffen

Die starken Regenfälle der letzten Tage hatten auch den Rhein anschwellen lassen. In der Nacht auf Samstag sank der Pegel bei Basel wieder soweit, dass die Hochwassersperre für die Grossschifffahrt zwischen Basel und dem französischen Kembs aufgehoben werden konnte.

Der Stadt-Abschnitt vom Rheinhafen Basel bis Birsfelden BL bleibt noch für sämtliche Schiffe gesperrt, wie die Schweizerischen Rheinhäfen mitteilten. Dies gilt auch für die Kleinschifffahrt und die Basler Fähren.

Der Pegel stand um sechs Uhr früh noch auf 8.17 Meter bei fallender Tendenz. Die kritische Marke für die Strecke Kembs-Basel liegt bei 8.20 Metern. Für den Stadt-Abschnitt liegt die Limite bei 7.90 Metern.

Blitze in Solothurn

Im Kanton Solothurn schlugen am Freitagabend zwei Blitze in Gebäude ein. In Lommiswil verursachte ein Blitzeinschlag in ein Einfamilienhaus einen Brand. Das Ehepaar und die beiden Kinder konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Ein weiterer Blitz schlug zwei Mal in das Gemeindehaus von Hägendorf SO ein. Es entstand ein Loch und mehrere Ziegel wurden zu Boden geschleudert. Ein Brand entstand nicht und niemand wurde verletzt.

(sda/gku)

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