Der Streit zwischen dem Fernsehsatiriker Jan Böhmermann und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan geht einem Medienbericht zufolge in die nächste Runde. Wie die «Süddeutsche Zeitung» vorab berichtet, legte der Moderator Berufung gegen eine Entscheidung des Hamburger Landgerichtes ein, welches grosse Teile seiner sogenannten Schmähkritik verboten hat.

Böhmermann werde eine Einschränkung seiner Grundrechte nicht akzeptieren, sagte sein Anwalt Christian Schertz dem Blatt. «Man kann ein Kunstwerk nicht in Einzelteile sezieren.« Ein übersteigertes Ehrempfinden Erdogans, persönlicher Geschmack oder strategische Erwägungen der Politik dürften nicht zum Massstab des deutschen Rechtsstaates werden.

Diplomatische Verstimmungen

Schertz kündigte bereits im Februar Berufung an und will nach eigenen Worten notfalls bis zum Bundesgerichtshof gehen. Böhmermann hatte das Werk im vergangenen Jahr in seiner ZDF-Sendung «Neo Magazin Royale» vorgetragen. Die Richter entschieden schliesslich, dass die Grenze zur Ehrverletzung überschritten worden sei. Erdogan sieht sich in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt und bezeichnet das Gedicht als rassistisch. Die Affäre führte auch zu diplomatischen Verstimmungen zwischen Deutschland und der Türkei.

(reuters/me)