Bon Jovi scheinen das Leben im Studio und auf der Bühne noch immer zu lieben: Am 21. August veröffentlicht die US-Band ihr 13. Studioalbum «Burning Bridges». Es ist das erste ohne Gründungsmitglied und Gitarrist Sambora. Hörbar ist diese Veränderung kaum. Warum auch?

Die Band präsentiert die neue Platte als «Fan-Album» und macht es spannend: Nicht mal Journalisten dürfen vor dem Erscheinungstermin mehr als fünf Titel hören. Der Opener «A Teardrop To The Sea» startet mit sanften und dennoch verzerrten Gitarrenklängen und ist, was Kritiker so gerne «kitschig» nennen.

In der Strophe liegt viel Aufmerksamkeit auf dem Gesang des 53-jährigen Frontmanns Jon Bon Jovi, dann sorgen die lauter werdenden Gitarren zur Refrain-Zeile «You pick me up, I'm down on my knees» für emotionale Steigerung.

It's My Life - irgendwie vorbei

«We Don't Run» - ein bereits ausgekoppelter Song des Albums - steigt im Kontrast zu seinem Titel mit dominanten Bassläufen und dynamischen Stampf-Schlagzeug schnell ein: Der mehrstimmig gesungene Refrain hat Hymnen-Charakter und Ohrwurm-Potenzial - «Eine Hymne in Bon-Jovi-Tradition», schreibt das amerikanische Branchenmagazin «Billboard» passend.

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Balladig wird es dann in der Mitte der Platte: In «Blind Love» werden Gitarren gegen ein Piano ausgetauscht, vor dem inneren Augen sieht man schon die Kerzen flackern.

Ob ein Hit in «It's My Life»-Manier dabei ist? Eher nicht. Nach einem Dutzend Studioalben, zwei Greatest-Hits-Alben, mehr als 3000 Konzerten in 50 Ländern vor über 34 Millionen Fans - wie die Plattenfirma mitteilt - ist es aber auch kein Leichtes, die eigenen Erfolge zu übertreffen.

Neues Album bereits in der Pipeline

Neu an dem 13. Studioalbum ist: Es ist das erste ohne Gründungsmitglied Richie Sambora. Der Gitarrist und Songwriter verliess die Band vor zwei Jahren aus persönlichen Gründen.

Wie gut ein Album am Ende tatsächlich ankommt, könne man erst ein Jahr nach Erscheinen realistisch einschätzen, sagte Jon Bon Jovi zur Veröffentlichung des 2013er Albums «What About Now» der Deutschen Presse-Agentur. «Von jedem Album denkt man, dass es ein Meisterwerk ist - und dann kommen plötzlich Leute und sagen: Das ist Scheisse.»

Wieso die Band das neue Album ausgerechnet als «Fan-Album» bezeichnet, konnte auch die Plattenfirma nicht beantworten. Eine Auflösung der Band sollte jedenfalls nicht bevorstehen - zumindest wenn man den «Billboard»-Berichten glaubt. Darin steht, dass die Musiker bereits an einem weiteren Album arbeiten. Release-Jahr: 2016.

(sda/dbe/ama)