Trotz eines riesigen Brandes mit Verletzten im Zentrum Dubais am Silvesterabend hat die Golfmetropole unbeirrt ins neue Jahr gefeiert. Das grosse Feuerwerk am nahen Burj Khalifa, dem höchsten Gebäude der Welt, wurde trotz des lichterloh brennenden Wolkenkratzers wie geplant um Mitternacht (Ortszeit) gezündet.

Das 63-stöckige Luxushotel «The Address» hatte zuvor aus zunächst ungeklärter Ursache Feuer gefangen. Es war kurz nach 21.30 Uhr im 20. Stockwerk des Luxushotels ausgebrochen. Mindestens 16 Menschen wurden verletzt - die meisten bei der schnellen Evakuierung des Gebäudes. Am Neujahrsmorgen war der Brand gelöscht, berichtete die Zeitung «Al-Khaleej» unter Berufung auf eine Quelle der Sicherheitsbehörden.

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Feuerbälle und Asche-Regen

Ein Fotograf sagte der Nachrichtenagentur AFP, das Feuer sei in der Mitte des Gebäudes ausgebrochen und habe sich «wie der Blitz» nach unten verbreitet. Riesige Flammen schlugen über mehrere Etagen an der Fassade hoch. Der Augenzeuge Raphaël Slama berichtete AFP, Feuerbälle seien auf einer Terrasse des Hotels niedergegangen.

Auf Fotos war zu sehen, wie die Flammen von den unteren Stockwerken an einer Seite der Fassade bis weit nach oben in den Nachthimmel schlugen. Eine dunkle Rauchsäule zog über die Stadt. Augenzeugen berichteten, Asche sei auf die Zehntausenden Schaulustigen herabgeregnet. Zum Zeitpunkt des Unglücks hatten sich am nahegelegenen Burj Khalifa zahlreiche Menschen versammelt, um das grosse Silvester-Feuerwerk zu verfolgen und das neue Jahr zu feiern.

Fassade zerstört

«Die Leute sind panisch weggerannt, um aus dem Bereich zu flüchten», berichtete der AFP-Fotograf. Feuerwehr und Rettungskräfte sowie Helikopter waren im Einsatz. Nach Angaben der Behörden wurde bei dem Brand nur die Fassade des Hotels zerstört. Auffällig bei dem Inferno war Beobachtern zufolge, dass die Fassade des Wolkenkratzers nur an einer Seite brannte und die Flammen anscheinend nicht besonders tief in das Gebäude eindrangen.

Moderne Hochhäuser seien eigentlich mit Sprinklern ausgestattet, die auch die Aussenseite des Gebäudes mit einem Wasserfilm überziehen, sagte Brandschutzexperte Jürgen Walter von der Feuerwehr Frankfurt der Nachrichtenagentur dpa. Dadurch soll ein Übergreifen der Flammen verhindert werden. Angesichts der relativ niedrigen Zahl an Verletzten habe das Gesamtsicherheitskonzept des Hotels aber insgesamt funktioniert.

(sda/mbü)