Einen Tag nach dem Carunglück in Norwegen ist ein 49-jähriger Schweizer seinen schweren Verletzungen erlegen. Das teilte das Universitätsspital St. Olav in der norwegischen Stadt Trondheim am Mittwoch Nachmittag mit. Damit steigt die Anzahl der Todesopfer auf vier.

Bereits am Mittag hatte die Uniklinik den Zustand des 49-Jährigen als «sehr ernst» bezeichnet. Der Mann war nach dem Unfall bei Trones in der Gemeinde Namsskogan per Helikopter nach Trondheim ausgeflogen worden.

Fahrer ebenfalls verletzt

Beim Carunglück in Norwegen vom Dienstag sind eine 56-jährige Frau sowie zwei Männer im Alter von 72 und 78 Jahren gestorben. Alle drei waren Schweizer Bürger, wie der Leiter der Untersuchung, Kjetil Ravlo, sagte. Unter den Verletzten befindet sich auch der Fahrer. Er konnte noch nicht befragt werden.

«Wir hoffen, dass wir ihn noch heute befragen können», sagte Ravlo der Nachrichtenagentur sda. Ob sich der Deutsche bereits heute den Fragen der Ermittler stellen könne, sei aber noch offen.

Schweizer in kritischen Zustand

Die 12 weiteren Verletzten wurden ins Spital des näher gelegenen Namsos gefahren. Diese befanden sich auch am Mittwochmorgen noch in Spitalpflege, wie Ravlo sagte.

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Im Car der Firma Eurobus aus Windisch AG sassen nach Angaben des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten 16 Passagiere - alle mit Schweizer Pass - sowie der Chauffeur. Die meisten Passagiere waren nach Angaben Ravlos zwischen 60 und 70 Jahre alt.

Ursache noch ungeklärt

Der Car befand sich auf der Rückfahrt von einer zweiwöchigen Reise durch Norwegen. Er kam aus noch ungeklärter Ursache von der Strasse ab und landete im Strassengraben, wie Aufnahmen der Bildagentur EPA zeigen. Der Car wurde dabei schwer beschädigt.

Mehrere Ermittler seien derzeit mit der Untersuchung beschäftigt, sagte Ravlo. «Wir ermitteln, ob es technische Gründe, zum Beispiel beim Bus, gab, oder ob der Unfall auf menschliches Versagen zurückzuführen ist, oder ob es ein Mix aus Beidem war».

Zum Zeitpunkt des Unfalls habe gutes Wetter geherrscht. «Die Sonne hat geschienen.» Erste Erkenntnisse zur Unfallursache würden frühestens am Donnerstag vorliegen, sagte Ravlo weiter.

Neuer Strassenbelag

Nach Angaben des Bereichsleiters der Unfalluntersuchungsstelle, Rolf Mellum, ist die technische Untersuchung des Busses noch nicht abgeschlossen. Die Ermittler hoffen, dass sie neben dem Chauffeur am Mittwoch noch weitere Personen zum Unfallhergang befragen können, wie er gegenüber dem Onlineportal der norwegischen Zeitung «Verdens Gang» (VG) sagte.

Eine der möglichen Unfallursachen könnte gemäss Mellum der neue Asphaltbelag der Strasse sein. Norwegische Medien hatten zuvor berichtet, dass die Strasse im Ruf stehe, gefährlich zu sein. Der Leiter der Untersuchung, Ravlo, sagte dazu nur, dass auch der Zustand der Strasse Gegenstand der Untersuchung sei.

(sda/dbe)