Kurz nach 8 Uhr musste der Chauffeur eines Gefahrenguttransporters im Üetlibergtunnel abrupt bremsen, nachdem ein vor ihm fahrender Autolenker ein unvorsichtiges Manöver gemacht hatte, wie die Kantonspolizei mitteilte.

Kurz danach bemerkte der Lastwagenfahrer, dass von seiner Ladefläche eine Flüssigkeit lief. Umgehend alarmierte er die Polizei.

Tunnel bleibt gesperrt

Der Tunnel wurde in beiden Richtungen gesperrt. Zwei Dutzend Personen, die durch den Tunnel gefahren waren, klagten über Atembeschwerden und Übelkeit. Ambulanzen fuhren sie zur Kontrolle ins Spital, wie es in der Mitteilung heisst.

Die Polizei rät Personen, die im Zusammenhang mit dem Vorfall unter tränenden Augen, Atembeschwerden und/oder Übelkeit leiden, sich an ihren Hausarzt zu wenden.

Stark riechender Stoff

Fachleute stellten fest, dass es sich bei der Flüssigkeit um Formaldehyd handelt. Dies ist ein stechend riechender chemischer Stoff, der unter anderem bei der Textilveredelung sowie bei der Herstellung von Farbstoffen verwendet wird.

Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) reizt Formaldehyd die Schleimhaut der Augen und der oberen Atemwege. Wird es eingeatmet, so nehmen die Zellen der Nasen- und Rachenschleimhaut den Stoff auf und bauen ihn innert Minuten wieder ab. Demzufolge gelangt Formaldehyd nicht in die inneren Organe, heisst es auf einer Website des BAG. Je konzentrierter der Stoff ist, desto stärker ist die Wirkung.

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Grossaufgebot der Polizei

Kantonspolizei und Schutz&Rettung waren mit einem Grossaufgebot vor Ort. Auch Fachleute des forensischen Instituts Zürich und des Tiefbauamtes seien im Einsatz, schreibt die Polizei.

Der Üetlibergtunnel ist ein zentraler Teil der Zürcher Westumfahrung. Ist er gesperrt, kommt es zu grösseren Staus. Wie Viasuisse am späten Vormittag mitteilte, wurde im Üetlibergtunnel eine Überleitung mit Gegenverkehr in der Tunnelröhre Richtung Basel installiert.

(sda/mbü)