Ein wiedervereintes Liebespaar, Knatsch auf der Bühne und mahnende Worte des Finanzministers: Bei der Bambi-Verleihung in Berlin war die wiedererwachte Liebe von Fussballer Mesut Özil und Sängerin Mandy Capristo der Gesprächsstoff des Abends.

Der Nationalspieler zeigte sich auf dem roten Teppich erstmals wieder Hand in Hand mit dem Popstar. Ein gemeinsames Selfie veröffentlichte er im sozialen Netzwerk Instagram zusammen mit der Botschaft «Just the two of us... #happy #selfie #ozistoisback #bambi2015».

Stille Helden

Vor 800 geladenen Gästen im Stage Theater am Potsdamer Platz traten eine ganze Reihe gerührter Neu-Bambi-Besitzer wie Oscar-Preisträgerin Hilary Swank auf die Bühne. Schauspieler Dieter Hallervorden, der gemeinsam mit Regisseur Til Schweiger für das Alzheimer-Drama «Honig im Kopf» einen Ehren-Bambi bekam, nutzte seine Rede, um Kanzlerin Angela Merkel für ihre Flüchtlingspolitik zu danken. «Die Willkommensgeste, die Frau Merkel in der Flüchtlingsfrage in die Welt gesetzt hat, ist beispielhaft und erfüllt mich mit Stolz auf unser Land», sagte er.

«Bunte»-Chefredakteurin Patricia Riekel zeichnete die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer in Deutschland symbolisch mit einem Bambi aus. All diese Menschen seien die stillen Helden unserer Gesellschaft. «Jeder von ihnen hätte einen Bambi verdient», so Riekel. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel ergänzte: «Die Millionen Menschen, die jeden Tag helfen, das ist Deutschland - nicht die Spinner am rechten Rand.»

Misstöne auf der Bühne

Die beiden Geehrten Hallervorden und Schweiger schienen sich auf der Bühne nicht ganz grün zu sein. Hallervorden bedankte sich explizit als erstes bei Schweiger. In seiner Dankesrede erwähnte Regisseur Schweiger seinen Hauptdarsteller dann aber mit keiner Silbe. Popstar Sängerin Rita Ora ("Body on Me"), jetzt ebenfalls stolze Besitzerin eines Bambi, trat in einem ausgefallenen Fransen-Kleid auf. Sie machte damit Model Heidi Klum Konkurrenz, die in der Fashion ausgezeichnet wurde.

Tobias Moretti wurde für seine Rolle in dem ZDF-Drama «Das Zeugenhaus» mit einem Bambi als bester Schauspieler ausgezeichnet. Als beste Schauspielerin wurde Henriette Confurius ZDF-Mehrteiler «Tannbach - Schicksal eines Dorfes») geehrt, die ganz unglamourös in Jeans auf der Bühne erschien.

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Der erkrankte Produzent Wolfgang Rademann («Das Traumschiff») konnte seinen Lebenswerk-Bambi nicht persönlich entgegennehmen. «Seien Sie nicht enttäuscht, dass dieser geliebte Mensch heute nicht hier sein kann», sagte seine Lebensgefährtin Ruth Maria Kubitschek.

Der mit dem Millennium-Bambi geehrte Finanzmnister Wolfgang Schäuble nutzte seine Rede für eine Mahnung. Er sprach seinen Laudator, den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, Thomas Bach, direkt an. Der Sport müsse erhalten bleiben in seiner Liebenswürdigkeit. Man dürfe ihn nicht kaputtmachen durch Übermass. Das sei auch das Problem beim Zusammenbruch der Finanzmärkte. «Immer ist am Ende das Übermass schuld, dass es auch sich zerstören kann.»

Das sind die Gewinner im Überblick:

  • Schauspielerin International: Hilary Swank
     
  • Musik International: Rita Ora
     
  • Musik National: Xavier Naidoo, Andreas Bourani, Christina Stürmer, Yvonne Catterfeld, Hartmut Engler, Daniel Wirtz, Sebastian Krumbiegel und Tobias Künzel für die Vox-Musikshow «Sing meinen Song - Das Tauschkonzert»
     
  • Millennium: Wolfgang Schäuble für seine politischen Verdienste um die deutsche Einigung und europäische Politik
     
  • Lebenswerk: Wolfgang Rademann
     
  • Ehrenpreis: «Honig im Kopf»-Team Til Schweiger und Dieter Hallervorden
     
  • Comedy: Otto Waalkes
     
  • Fashion: Heidi Klum
     
  • Sport: Jan Frodeno
     
  • Schauspielerin National: Henriette Confurius («Tannbach - Schicksal eines Dorfes»)
     
  • Schauspieler National: Tobias Moretti («Das Zeugenhaus»)
     
  • Film National: «Who am I - Kein System ist sicher» von Baran bo Odar
     
  • Integration: Berliner Jugendprojekt «Kick im Boxring»
     
  • Unsere Erde: Rea Garvey für das Clear-Water-Project
     
  • Publikums-Bambi Beste Unterhaltungsshow des Jahres: «Grill den Henssler» (Vox)

(sda/chb)