Der Kanton Waadt hat dem neu gewählten Bundesrat Guy Parmelin am Donnerstagnachmittag einen ehrenvollen Empfang bereitet. Im Berner Stadttheater und später in Langenthal wurde derweil der Bundespräsident für 2016, Johann Schneider-Amman gefeiert.

Auf dem Perron 7 des Bahnhofs Bern herrschte am Donnerstagmittag grosse Aufregung, als Parmelin mit seiner Frau Caroline und die geladenen Gäste den Sonderzug Richtung Lausanne bestiegen. «Man ist sicher ein bisschen nervös, aber ich bin sehr glücklich darüber, für einen schönen Tag in den Kanton Waadt zurückzukehren», sagte Parmelin, als sich der Zug um 13.10 Uhr in Bewegung setzte.

Prall gefüllte Agenda

Seine Agenda fülle sich bereits, und er habe zahlreiche berufliche und private Dinge regeln müssen. «Ich hoffe, ich habe nichts vergessen», sagte der neue Bundesrat schmunzelnd.

Auf dem Weg Richtung Westen machte der Zug Halt in Freiburg, Oron VD und im Waadtländer Hauptort Lausanne, wo zu Ehren des neuen Bundesrates die Kirchenglocken geläutet wurden und Vertreter der Lausanner Stadtregierung und der Waadtländer Kantonsregierung den Zug bestiegen. Der Waadtländer Regierungspräsident Pierre-Yves Maillard begrüsste «unseren» neuen Bundesrat und äusserte die Hoffnung, dass dieser es verstehen werde, die Waadtländer Wirklichkeit in Bern oben bekannt zu machen.

Überflug einer Flugzeug-Staffel

Bei der Ankunft des Extrazuges in Nyon, das in unmittelbarer Nähe von Parmelins Wohnort Bursins liegt, wurde der neue Bundesrat von Schulkindern und der Bevölkerung in Empfang genommen.

Zudem war ein Überflug der PC-7-Staffel der Schweizer Luftwaffe geplant, was sowohl den bisherigen als auch den neuen Vorsteher des Verteidigungsdepartementes gefreut haben dürfte. Ueli Maurer begleitete seinen Parteikollegen und Amtsnachfolger Guy Parmelin bei den Feierlichkeiten.

Politprominenz feiert Schneider-Ammann

«Das Bundespräsidium bleibt dort, wo es gut aufgehoben ist: Im Kanton Bern», sagte der Berner Regierungspräsident Hans-Jürg Käser beim Empfang für Schneider-Ammann. Er spielte darauf an, dass vor einem Jahr Simonetta Sommaruga als Bundespräsidentin im Kanton gefeiert worden war.

Käser verwies in seiner Rede auf die «weltoffene Haltung» und den «liberalen Geist« von Schneider-Ammann, der wie er der FDP angehört und aus Langenthal stammt. Dem neuen Bundespräsidenten werde es zweifellos gelingen, die individuelle Freiheit mit der Verantwortung gegenüber dem Gesamtwohl in Einklang zu bringen.

Adolf Ogi war auch dort

Stadtpräsident Alexander Tschäppät fand es eine gute Idee, die Feier in einem Theater auszurichten. Politik habe schliesslich viel mit Theater zu tun – «und umgekehrt». Unter den Gästen im Stadttheater weilten auch die beiden ehemaligen Berner Bundesräte Samuel Schmid und Adolf Ogi. Vor dem Gebäude war deutlich mehr Polizei präsent als vor Jahresfrist bei der Feier für Sommaruga in Köniz.

Die Stadt Langenthal hat dem frisch gewählten Bundespräsidenten am Abend einen warmen Empfang in der Kälte bereitet. Hunderte Menschen applaudierten, als er am frühen Abend an der Spitze eines Umzugs in der Marktgasse eintraf.

«Bub aus dem Emmental»

«Ich freue mich, endlich daheim zu sein», rief Schneider-Ammann der Bevölkerung zu. Als «Bub aus dem Emmental» habe er Langenthal viel zu verdanken; schliesslich habe er in dieser Stadt die Schulen besucht und lange Jahre als Unternehmer gewirkt.

Für den kurzen Umzug der geladenen Gäste hatten sich zahlreiche Schulkinder mit Lampions, Fahnen und einem selbstgemalten Transparent am Strassenrand aufgestellt. Im Stadtzentrum gabs dann «Präsidentenschüblig» und Pilzrisotto für alle. Die Gäste aus Bern zogen später für das Festbankett in die Markthalle weiter.

(sda/mbü/ise)

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