1. Home
  2. Vermischtes
  3. Die neue Gefahrenlage an der Ski-WM

Schutz
Die neue Gefahrenlage an der Ski-WM

Es soll den Besuchern nicht auffallen, doch die Polizei hat ihre Präsenz an der Ski-WM in St. Moritz verstärkt. Vor allem eine Bedrohung rückt dabei in den Mittelpunkt.

Veröffentlicht am 08.02.2017

Neue Bedrohungsszenarien wirken sich auch an der Ski-Weltmeisterschaft in St. Moritz auf die Sicherheitsmassnahmen aus. Die Zuschauer merken im Gegensatz zum WEF in Davos davon allerdings wenig.

Seit der Anschlagserie in Paris im 2015 gilt am World Economic Forum (WEF) in Davos diese Form von Terrorismus als die grösste Gefahr. Das wahrscheinlichste Bedrohungsszenario sei ein logistisch einfacher Terroranschlag, ausgeführt von einer Einzelperson oder einer kleinen Gruppe, sagte Walter Schlegel, Kommandant der Kantonspolizei Graubünden, Mitte Januar vor den Medien am WEF.

Erhöhte Polizeipräsenz

Als Reaktion darauf wurden letztes wie dieses Jahr die Polizeipräsenz in Davos erhöht und die Kontrollen am WEF ausgeweitet. Das wirkte sich auf die Kosten aus. Die Sicherheit in Davos kostete 2016 für die vier Tage WEF 9 Millionen Franken, 1 Million mehr als 2015.

Auch an der Ski-WM, die bis zum 19. Februar in St. Moritz stattfindet, fallen die Sicherheitskosten höher aus, als ursprünglich budgetiert. Wenige Monate vor der WM wurde klar, dass die von der Kantonspolizei Graubünden gestellte Rechnung merklich höher ausfallen wird als erwartet.

Kosten um ein Viertel über Budget

«Wir rechnen mit Sicherheitskosten rund 25 Prozent über dem ursprünglichen Budget», sagte Thomas Rechberger, Finanzchef der Ski-WM, der Nachrichtenagentur sda. So happig die Zunahme auch ist, die Gesamtkosten sind mit denen von Davos nicht annähernd vergleichbar.

«Für die 14 Tage Ski-WM rechnen wir mit Sicherheitskosten von 650'000 bis zu einer Million Franken», erklärte Rechberger. Anteilsmässig seien das 1 bis 1,5 Prozent vom 65 Millionen Franken schweren WM-Budget.

WEF und Ski-WM unterscheiden sich

Welcher Art die «neuen Bedrohungsszenarien» an der Ski-WM sind, will die Polizei im Gegensatz zum WEF aus strategischen Überlegungen nicht ausführen, wie Roman Rüegg, Mediensprecher der Kantonspolizei, der Nachrichtenagentur sda sagte.

Das WEF und die Ski-WM seien nicht miteinander vergleichbar, erklärte Rüegg. Die Bedrohungslagen seien nicht die gleichen und auch die Dimensionen des Polizeieinsatzes nicht. Die WM sei ein öffentlicher Sport-Grossanlass, das WEF eine internationale Konferenz mit geladenen Gästen.

Polizei will nicht auffallen

«Die Anzahl völkerrechtlich geschützter Personen, die besonders intensiv geschützt werden müssen, ist an der WM um ein Vielfaches geringer», erklärte Rüegg. Zudem seien Sicherheitszonen an der WM nicht im selben Ausmass notwendig wie beim WEF.

Die Polizei verfolgt zudem ganz verschiedene Ansätze. Während am WEF eine sichtbare und medial kommunizierte Polizeipräsenz durchaus für Abschreckung sorgen soll, will die Polizei an der WM nicht auffallen.

Ausserkantonale Einsatzkräfte gehen ins Geld

«Der Sport soll im Vordergrund stehen. Die Kantonspolizei will bei der WM Weltmeister im dezenten aber wirkungsvollen Auftritt werden», sagte Rüegg. Der Zuschauer werde bei der Polizeipräsenz keinen Unterschied zur letzten Ski-WM in St. Moritz im 2003 bemerken. Ähnlich tönt es vom WM-OK: Trotz neuer Bedrohungen hätten die Sicherheitskosten ein ähnliches Ausmass wie 2003.

Dass die Rechnung der Kantonspolizei nun klar höher als budgetiert ausfallen wird, hat laut Rüegg weniger mit der Bedrohungslage zu tun als vielmehr mit den eingesetzten Sicherheitskräften. Grosse Auswirkungen hatte der Entscheid der Armee, im Gegensatz zu 2003 keine Sicherheitsaufgaben an der WM wahrzunehmen. Auch die Doppelbelastung durch WEF und WM wirkte sich aus.

Arbeitsstunden nicht verrechnet

Rechnete die Kantonspolizei ursprünglich damit, den Grossanlass allein bewältigen zu können, wurde im letzten Herbst klar, dass auch ausserkantonale Kräfte aus dem Ostschweizer Polizeikonkordat aufgeboten werden müssen.

Die kommen den WM-Veranstalter teurer zu stehen, als die Bündner Polizisten. Da die WM für Graubünden eine grosse touristische und sportliche Bedeutung hat, verzichtet die Kantonsregierung darauf, die von der Kantonspolizei geleisteten Arbeitsstunden zu verrechnen. Der Veranstalter muss lediglich für die Polizeiinfrastruktur, Spesen und diverse Lohnzulagen aufkommen.

(sda/me)

Anzeige

Bei diesen Rekord-Skiliften wird Ihnen schwindelig

1|11
Wer den Berg runter will, muss erst hochkommen; am besten mit einer Seilbahn. Ingeneur.de hat eine Liste mit ganz besonderen Transportmitteln zusammengetragen. So zum Beispiel die höchste Gondelbahn der Welt. Sie befindet sich China. Auf einer Länge von 2,4 Kilometer führt der Ski-Lift den Dagu-Gletscher hinauf – bis auf eine Hohe von 4‘843 Meter. Vorsicht: dünne Luft.   Wikimedia Commons, aisccd - panoramio