Drei Tage lang berät die UNESCO über die Aufnahme von Stätten ins Welterbe. Mehrere davon schaffen es zum Auftakt auf die begehrte Liste. Die Schweiz ist an einer länderübergreifenden Kandidatur zum architektonischen Werk von Le Corbusier beteiligt. Darüber entschieden wird am Sonntag.

Die UNESCO hat am Freitag mehrere Stätten aus Europa und Asien zum Weltkulturerbe erklärt, darunter das antike Philippi in Griechenland. Philippi sei ein «aussergewöhnliches Zeugnis der Eingliederung von Regionen ins Römische Reich», hiess es in der Beschlussempfehlung.

27 Stätten nominiert

Überreste der Kirchen in dem Ort auf der antiken Route von Europa nach Asien zeugten vom frühen Wachstum des Christentums. Die UNESCO berät noch bis Sonntag in Istanbul über die Aufnahme von insgesamt 27 nominierten Stätten in die Liste des Welterbes.

Zum Auftakt der Beratungen nahm die Kulturorganisation der Vereinten Nationen am Freitag Stätten aus China, Indien, dem Iran, Mikronesien, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Montenegro, Serbien, Griechenland und Spanien in die Welterbeliste auf.

Indische Ruinenstadt

Welterbe sind jetzt unter anderem die Felsmalereien der Kulturlandschaft am Hua Shan und am Fluss Zuo Jiang im Süden Chinas. Sie stammen aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. bis zum 2. Jahrhundert n. Chr. und illustrieren Leben und Rituale des Volks der Luoyue.

Aus Indien wurde die Ruinenstadt von Nalanda im Osten des Landes aufgenommen. Dort befand sich einst eine grosse buddhistische Universität. Zum Welterbe zählt nun auch das persische Qanat-Bewässerungssystem, ein System von Brunnen und Kanälen zur Bewässerung vor allem in Wüstengebieten.

Nur noch zwei Corbusier-Bauten

Auf die Liste genommen wurden ausserdem Nan Madol, eine Ruinenstadt auf 99 künstlichen Inseln in Ost-Mikronesien, und die mittelalterlichen Grabsteine auf dem Gebiet des früheren Jugoslawien. Zum Weltkulturerbe dürfen sich ausserdem die Megalithgräber Dólmenes de Antequera in Spanien zählen.

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Die grösste Zahl der Anträge auf Aufnahme in die Liste des Welterbes betreffen das Kulturerbe, etwa die Le-Corbusier-Häuser. Das Corbusier-Dossier beinhaltet Baulichkeiten in Argentinien, Belgien, Frankreich, Deutschland, Indien, Japan und der Schweiz. Die Clarté in Genf und die Petite Maison in Corseaux sind die einzigen Schweizer Gebäude, die es in die neueste Fassung des Corbusier-Dossiers geschafft haben. Nach der Villa Schwob ist auch die Maison Blanche, beide in La Chaux-de-Fonds, gestrichen worden

(sda/mbü)

— UNESCO (@UNESCO) 15. Juli 2016
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