Für ein Milliardenpreisgeld sollen die besten 24 Fussballclubs der Welt alle zwei Jahre in den Golfstaaten gegeneinander antreten - das berichtete die renommierte britische Zeitung «The Times» vergangene Woche vermeintlich exklusiv. Weltweit griffen Medien die Meldung auf, so auch etwa der «Blick».

Dass die französische Webseite «Les cahiers du football» dann bekannt gab, die Geschichte frei erfunden zu  haben, beeindruckte die «Times» nicht - obwohl die Franzosen ihren Artikel drei Tage vorher veröffentlicht hatten und die Briten sogar deren Bild mit Logo der angeblichen «Dream Football League» übernahmen.

Redaktor Oliver Kay dementierte via Twitter und in einem «Times»-Chat: «100 Prozent, 1000 Prozent, 175 Million Prozent» sei «Les cahiers du football» nicht seine Quelle. Die Zeitung legte sogar mit einem Artikel über englischen Widerstand gegen die Pläne aus Katar nach. 

Am Sonntagabend kam nun das Eingeständnis: «Es gibt Zeiten, in denen du nur noch zugeben kannst, dass du falsch liegst», schreibt Redaktor Tony Evans in einer Kolumne, die zurzeit noch grossteils hinter einer Paywall verborgen ist, laut dem deutschen Journalisten Jens Weinreich aber im Laufe des Tages frei zugänglich werden soll. Evans schreibt von einem «journalistischen Albtraum».

«Eklatantes Versagen»

Bei Twitter kündigte Evans zuvor schon an, seine Kolumne werde eine «Entschuldigung an die Leser» sein: «Wie wir mit der Qatar-Dream-League-Geschichte so völlig daneben liegen konnten.» Seinen Kollegen Oliver Kay nimmt er in Schutz, nennt ihn einen «grossartigen Journalisten».

Kay selbst, der zuvor tagelang beim Kurznachrichtendienst geschwiegen hatte, findet dagegen kein Wort der Entschuldigung oder Reue, sondern kündigt nur kurz ein Update an:

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