Ein neuer grosser Bergsturz hat am Donnerstagabend die Bündner Talschaft Bergell erschüttert. Wieder brach eine grosse Menge Gestein vom Grenzberg Piz Cengalo. Der Mure anschliessend gelangte über das Val Bondasca erneut bis vor Bondo im Haupttal Bergell.

Die Polizei gehe davon aus, dass es keine Verletzten gegeben habe, sagte Roman Rüegg, Sprecher der Kantonspolizei Graubünden, der Nachrichtenagentur sda auf Anfrage. Über das Ausmass des Abgangs um 21.30 Uhr könne noch nichts gesagte werden. Nach dem Ereignis fiel der Strom in Promontogno, dem Nachbarort von Bondo, aus.

Per Helikopter evakuiert

Christian Gartmann, Sprecher des Gemeindestabes der Talgemeinde Bregaglia, beschrieb das Ausmass des Niedergangs als gross. Die Mure habe die alte und die neue Kantonsstrasse erreicht und sei bei Bondo bis zur anderen Talseite vorgedrungen.

Der Ort Spino gegenüber Bondo wurde evakuiert. Die Leute seien von selbst gegangen, sagte Gartmann. Zwei Personen wurden per Helikopter ausgeflogen.
Bewegung im Südbergeller Bergsturzgebiet war im Hinblick auf die angesagten Regenfälle erwartet worden, zumal sich der Fels am Piz Cengalo noch bewegt. Auch im Bergell regnete es am Donnerstagabend stark.

Am Mittwoch letzter Woche hatte sich gleichenorts ein Bergsturz historischen Ausmassen zugetragen, bei dem eine Materialmenge von drei Million Kubikmeter abbrach.

(sda/me/mbü)