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Fernweh
Eine Prise Sylt - zu Besuch auf der Nordseeinsel

Strandkorb auf Sylt: Die schönste deutsche Insel ist dank Swiss-Flug leichter zu erreichen. Pixabay


Jetzt gibt es einen Direktflug von Zürich nach Sylt. Nebst gemütlichen Strandkörben und ausgiebigen Strandwanderungen hat die Nordseeinsel noch weitere Highlights zu bieten.

Von Renate V. Scheiper
am 12.12.2012

Der Name der Nordseeinsel Sylt zergeht auf der Zunge wie eines der Gourmet­gerichte des Sternekochs und Hoteliers Holger Bodendorf (50). Der Meister, mit beruflicher Vergangenheit am Herd von «Peter­mann’s Kunststuben» in Küsnacht ZH, führt mit seinem «Bodendorf’s» im «Landhaus Stricker» am Ortsrand von Tinnum auf der nordfriesischen Insel mit 18 von 20 Punkten im Gastroführer «Gault Millau» die Riege der sieben gelisteten Chefs der Insel an und darf sich bereits seit 2003 mit ­einem Michelin-Stern schmücken.

Es ist die Leidenschaft Bodendorfs, Gäste mit immer neuen Kreationen – gelungenen Verbindungen zwischen der puristischen Klarheit des Nordens und dem kulinarischen Savoir-vivre des Südens – zu überraschen. Warum also «fremdgehen», wenn man den Starkoch im Hause hat? Und das in einem noblen Haus von Relais & Châteaux. Dazu mit ­einem Gourmetfrühstück bis 14 Uhr – da kann der Abend zuvor gern lang werden.

Perfekte Gastgeber im Duett

Kerstin und Holger Bodendorf, die seit 2001 das «Stricker» führen, ergänzen sich ideal. Sie ist die Seele des Hauses und hat mit Geschmack und Kunstsinn das elegant-anheimelnde Interieur des Landhauses, der zwei Restaurants und der Bar gestaltet. Die Wände der Suiten, der Flure und der Bibliothek schmücken die grossformatigen, nostalgischen Pop-Art-Werke des Künstlers Devin Miles, die sonst nur in Galerien und Ausstellungen zu ­sehen sind.

Selbst im Sterne-Restaurant «Bodendorf’s» und im gemütlichen, originell nach dem Baujahr des Friesenhauses benannten Restaurant «Siebzehn84», wo bodenständige und regionale Küche dominieren, kann sich der Gast an ihnen erfreuen und wählen, ob er lieber in Gesellschaft von James Dean, Marilyn Monroe und Audrey Hepburn oder mit Brigitte Bardot, Paul Newman und James Dean speisen möchte. Das Nonplusultra ist unter dem Dach des alten Friesenhauses eine kleine, als privates Kino eingerichtete Lounge, in der man allein oder mit Freunden Filme seiner Wahl sehen kann – bevorzugt nostalgische mit Seltenheitswert.

Keine verbauten Küsten

In absoluter Ruhe im Zentrum der lang gestreckten, beliebtesten Insel der Deutschen gelegen, sind vom «Landhaus Stricker» ohne lange Anfahrt nicht nur die vier 18-Loch-Golfplätze zu erreichen, sondern auch die Dörfchen, die Heide­flächen sowie die Strände und die Landschaftsschutzgebiete der Dünen. Kein einziges Gebäude darf unmittelbar am Strand stehen. Nur ganz vereinzelt versteckt sich ein bereits vor Jahrzehnten gebautes Haus mit Meerblick in den Dünen, die unter Naturschutz stehen und nur auf ausgewiesenen Wegen begangen werden dürfen. Die durch den oft starken Wind zum Wandern verurteilten Sanddünen werden durch Bepflanzung mit Strandhafer und Besenheide an ihrem Bewegungstrieb gehindert. Wer die letzten
drei Sanddünen im Norden bei List sehen möchte, muss sich beeilen. Flugsamen arbeiten hier als Landschaftsarchi-
tekten und lassen immer weniger weisse
Dünen frei.

Zeit nehmen muss man sich in List im Erlebniszentrum Naturgewalten am Hafen. Faszinierende Filme und Erläuterungen über alles, was sich in Meer und Watt (bei Niedrigwasser begehbarer Meeresboden) tummelt. Klima, Wetter und ­Naturgewalten sind hier zu spüren.
«Wir machen Forschung erlebbar», zeigt sich Matthias Strasser über sein Zentrum begeistert.

Atemberaubende 52 Meter

Sollten einem als Schweizer die vertrauten Berge fehlen: «Atemberaubende» 52 Meter hoch ist die Uwe-Düne im Nordwesten der 38 Kilometer langen Insel, auf Holzstufen zu erklimmen mit Blick über die im Herbst mit lilaroter Heide bedeckte Dünenlandschaft und den dann vielleicht wilden Atlantik. Ein Muss aber ist es, am Südende der Insel in Hörnum die 101 Stufen des hübsch rot-weiss-gestreiften Leuchtturms zu ersteigen.

Von dort aus kann man nach einem prächtigen 360-Grad-Blick die sandige Südspitze der Insel umwandern und an der Westküste kilometerweit den feinen Sandstrand Richtung Norden entlang laufen. Hosenbeine aufkrempeln und bei Niedrigwasser barfuss unter kundiger Führung durch das Watt wandern, ist ein einmaliges Sylt-Erlebnis.

Neue Swiss Destination

Die Flug­gesellschaft Swiss hat am Pfingstsamstag – ergänzend zu den weiteren Sommer­destinationen Bergen (Norwegen), Cork (Irland), Figari (Korsika) sowie Niš (Serbien) – die Nordseeinsel Sylt in ihr Streckennetz aufgenommen. Swiss verkürzt die 900 Kilometer Distanz zwischen Alpen und Nordsee auf 1 Stunde und 50 Minuten Flugzeit.

Dies nonstop und vorerst einmal pro Woche, mit Abflug in Zürich am Samstagmittag. Vom 4. Juli bis zum 29. August kommt ein zweiter wöchentlicher Kurs dazu. 

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