Eine falsche Höhenangabe allein hätte am Montag nicht zum Absturz eines F/A-18-Kampfjets der Schweizer Armee geführt. Dies sagt ein Insider zur «NZZ am Sonntag». Der tödlich verunglückte 27-jährige Berufspilot der Luftwaffe hatte wenig Flugerfahrung und startete als Nummer zwei 15 Sekunden hinter einem erfahrenen Kollegen.

In der Regel folgt der Hintermann dem vorne fliegenden Piloten bei schlechtem Wetter mit Hilfe des Radars in den Wolken. Vermutlich sei dieser elektronische Kontakt jedoch abgebrochen, stellt der Experte fest. Das Nachrichtenmagazin «10 vor 10» des Schweizer Fernsehens berichtete am Donnerstag, der Pilot habe von der Flugverkehrsleitung eine falsche Höhenangabe erhalten.

Anteilnahme und Trauer

Selbst wenn dies zutrifft, hätte der Empfänger im Cockpit stutzig werden müssen, weil er hätte wissen sollen, dass das Gebiet rund um den Flugplatz Meiringen weit über 3000 Meter Meereshöhe hinaufgehe. Unklar bleibt für Kenner der Militärfliegerei, ob das Warnsystem, das die Distanz zum Gelände angibt, funktionierte oder ob es falsch eingestellt worden war. 

Verteidigungsminister Guy Parmelin äusserte sich zum Absturz. «Der Tod des jungen Piloten beschäftigt mich sehr. Ich bin sehr bedrückt und bin in Gedanken bei der Familie und den Angehörigen des Piloten», erklärt der SVP-Bundesrat gegenüber dem «Sonntagsblick». Für ihn und das ganze VBS seien es sehr schwere Tage. «Ich werde ihnen aber einen Brief schreiben und meinem Mitgefühl Ausdruck geben», sagt Parmelin.

(me)