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Justiz
Facebook darf Profil von totem Kind behalten

Facebook-Profile: Unternehmen muss Daten nicht herausgeben. Keystone

Die Eltern eines toten Kindes verlangen Zugang zu dessen Facebook-Profil. Sie wollen klären, ob es durch Suizid gestorben ist. Facebook muss diese Daten nicht herausgeben, entschied ein Gericht.

Veröffentlicht am 31.05.2017

Eltern haben keinen Anspruch auf Zugang zum Facebook-Account ihres verstorbenen Kindes. Das entschied das Berliner Kammergericht am Mittwoch in zweiter Instanz und stellte sich damit gegen ein erstes Urteil des Landgerichts von 2015.

Geklagt hatte eine Mutter, deren Tochter 2012 an einem Berliner U-Bahnhof von einem einfahrenden Zug tödlich verletzt wurde. Die Eltern wollen klären, ob es sich um einen Suizid gehandelt haben könnte und fordern von Facebook Zugang unter anderem zu den Chat-Nachrichten.

Verweigerung durch Facebook

Doch der US-Konzern verweigert sich und beruft sich dabei unter anderem auf den Datenschutz. In erster Instanz hatte das Berliner Landgericht 2015 im Sinne der Mutter entschieden. Facebook war dagegen in Berufung gegangen, weshalb die Entscheidung nun beim Kammergericht lag. Die Richter hatten zunächst eine Einigung angeregt, diese war aber nicht zustande gekommen.

Gegen das Urteil ist eine Revision zugelassen.

(sda/me)

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