Das auf zeitgenössische Foto- und Videokunst spezialisierte Museum prangerte eine Zensur von Seiten des US-Internetriesen an: «Nicht zwischen einem Kunstwerk und einem Bild mit pornografischem Charakter zu unterscheiden ist eine nicht nur zweifelhafte, sondern vor allem gefährliche Vermischung.»

Das Museum hatte ein Werk der französischen Fotografin Laure Albin Guillot (1879-1962) auf seiner Facebook-Seite hochgeladen - das Museum zeigt derzeit eine Ausstellung mit Guillot-Aufnahmen. Auf dem Schwarz-Weiss-Foto ist eine liegende nackte Frau zu sehen, bei der lediglich das Geschlecht durch ein weisses Tuch verdeckt ist. Laut dem Museum wurde die Seite von Facebook am Freitag 24 Stunden lang gesperrt.

Auf der Seite ist ein Hinweis von Facebook zu sehen, wonach das Bild wegen eines Verstosses gegen die Richtlinien des sozialen Netzwerks gesperrt wurde - Nacktbilder sind auf Facebook nicht erlaubt. Am Mittwoch war das Foto mit einem schwarzen Balken über der Brust zu sehen.

Die Museumsleiterin Marta Gili sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Zensur von Facebook sei «empörend». Das Unternehmen habe «nicht das Recht, so etwas mit einem Kunstwerk zu machen».

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Ein Sprecher von Facebook France gestand in einer schriftlichen Stellungnahme zu, dass es «bisweilen schwierig» sei, «zwischen Kunst und Pornografie zu unterscheiden». Leider seien deshalb Irrtümer manchmal nicht ausgeschlossen. Die zuständigen Teams würden dann aber schnellstmöglich die gelöschten Inhalte wieder herstellen.

(chb/sda)