Die Räumung des Protestcamps von Fahrenden in Bern ist am Donnerstagmorgen nach kurzer Zeit ins Stocken geraten. Behörden und Polizei wollen die Lage nun neu beurteilen.

Die Fahrenden leisteten passiven Widerstand, sagte Christoph Gnägi, Sprecher der Berner Kantonspolizei. Zudem hätten sie ihr Angebot nicht eingehalten, die Schlüssel in ihren Wagen stecken zu lassen, damit die Behörden die Fahrzeuge vom Platz fahren können.

Verschiedene Gruppen von Fahrenden, darunter viele Kinder, standen bei den Wagen mit Protest-Transparenten.

Liegt eine offizielle Verfügung vor?

Zunächst wurden diverse Autos abgeschleppt, dann geriet die Aktion ins Stocken, wie ein sda-Korrespondent vor Ort feststellte. Derzeit scheint die Aktion unterbrochen zu sein. Verschiedene Abschleppwagen verliessen das Gelände, derzeit steht noch einer dort.

Die Fahrenden wollen weiterhin ausharren, wie Gerard Müllhauser als einer ihrer Vertreter sagte. Die Gruppe bleibe, bis sich die Bundesbehörden mit ihren Anliegen befassen. Die Jenischen, wie Müllhauser präzisierte, halten die Räumung nicht für Rechtens, da ihrer Ansicht nach keine offizielle Verfügung vorliegt.

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Vor Ort fanden sich am Donnerstag auch Vertreter von Amnesty International ein, um sich ein Bild der Lage zu verschaffen.

(sda/vst/sim)