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Ausgehorcht
FBI bespitzelt Anwälte der 9/11-Drahtzieher

Memorial-Platz in New York: FBI interessiert sich für 9/11-Verteidiger.   Keystone

Die US-Bundesbehörde soll die Verteidigung der mutmasslichen Drahtzieher der Terroranschläge in New York unterwandert haben. Das stellt den Prozess in ein fragwürdiges Licht.

Veröffentlicht am 17.04.2014

Die Verteidiger der fünf mutmasslichen Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001 wurden möglicherweise von FBI-Agenten bespitzelt. Sie beantragten vor dem Sondergericht auf der US-Militärbasis Guantánamo auf Kuba eine Anhörung von mehreren Geheimdienstmitarbeitern.

Dies teilte der Anwalt James Connell am Mittwochabend (Ortszeit) mit. Der Anwalt vertritt im anlaufenden «9/11»-Prozess den Angeklagten Ali Abdel Asis Ali.

Fragwürdiges Licht auf Prozess

Zwei Agenten der Bundespolizei FBI sollen demnach versucht haben, einen Mitarbeiter der Anwalts-Teams als Informanten zu gewinnen, um an vertrauliche Details des Verfahrens zu kommen.

Sollte das FBI das Verteidigerteam tatsächlich unterwandert haben, wirft das erneut ein fragwürdiges Licht auf den Prozess, der nicht vor Ende 2015 beginnen soll. Denn den Teams der «Guantánamo Five» wird vom Staat jeweils ein sogenannter «Defense Security Officer» (DSO) als Berater zur Verfügung gestellt.

Aufforderung des Richters

«Wie kann jemand dem von der Regierung zur Verfügung gestellten Verteidigungsteam trauen, wenn er sich darum sorgen muss, dass die Regierung es infiltriert hat?», fragte Sterling Thomas von Connells Team.

Richter James Pohl forderte die Mitarbeiter aller fünf Gruppen auf, den jeweils führenden Anwalt zu informieren, falls US-Behörden wie das FBI mit ihnen Kontakt aufgenommen haben.

(sda/dbe/vst)

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