Der starke Dauerregen hat in der Schweiz an mehreren Orten Bäche über die Ufer treten lassen. Im Kanton Solothurn gingen bei der Polizei über 160 Meldungen ein. In Genf stieg die Arve auf ein beunruhigendes Niveau an.

Die Durchflussmenge der Arve betrug am Samstagmorgen 865 Kubikmeter pro Sekunde - so viel wie noch nie seit Messbeginn 1935, wie François Pasquini von den Genfer Behörden sagte. Normalerweise sind es lediglich 77 Kubikmeter pro Sekunde. An einigen Stellen trat die Arve bereits über die Ufer, rund 50 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die Polizei empfahl den Fussgängern, das Flussufer zu meiden.

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Stundenlanger Regen

Der stundenlange Regen hielt auch im Kanton Solothurn die Feuerwehren auf Trab. Bei der Alarmzentrale der Solothurner Kantonspolizei gingen rund 160 Meldungen ein. Am stärksten betroffen war der westliche Kantonsteil.

In vielen Fällen musste die Feuerwehr ausrücken, weil Wasser in Gebäude eingetreten war. Vereinzelt seien auch Strassenabschnitte kurzzeitig überflutet worden, teilte die Solothurner Kantonspolizei am Samstag mit. Auch seien teilweise kleine Fliessgewässer über die Ufer getreten. Die entstandenen Schäden liessen sich noch nicht beziffern.

Bereits am Freitagabend waren in Monthey VS und Troistorrents VS vorsorglich rund 320 Personen, die entlang der Vièze leben, evakuiert worden. Gemäss Meldungen von Railinfo war die Bahnstrecke von Brig über St-Maurice, Monthey nach St-Gingolph am Freitagabend zwischen Massongex und Monthey wegen Hochwasser vorübergehend gesperrt worden.

100 Liter pro Quadratmeter

An mehreren Orten sind innert gut 24 Stunden über 100 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Spitzenreiter ist La Dôle im Kanton Waadt mit 130 Liter, wie Meteonews mitteilte. In Grenchen SO schüttete es 110 Liter, in La Neuveville BE waren es 109. Auch in Sarnen OW, Biel BE, Wynau BE und Solothurn fielen bis am Samstagmorgen rund 100 Liter Regen pro Quadratmeter.

Der Samstag verschafft der verregneten Schweiz eine Verschnaufpause. Laut MeteoSchweiz wird überall trockenes und vorübergehend recht sonniges Wetter erwartet. In der Nacht auf Sonntag wird aber erneut Regen erwartet.

(sda/me)