Es gibt nicht mehr viel, was einen beim künftigen Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld überraschen kann. Doch auf einer der hinteren Seiten des jüngsten Controllingberichts hätten die Verantwortlichen ein ganz besonderes Detail festgehalten, berichtet «Die Welt».

«Am BER wurden demnach nicht nur Baugenehmigungen missachtet und Kabel falsch verlegt – sogar 1036 Bäume wurden falsch gepflanzt und müssen nun eigentlich ausgetauscht werden», heisst es im Artikel.

Beseitigen wolle man die Peinlichkeit nur teilweise, «um eine negative Auswirkung durch die Rodung und Beseitigung zumeist gut anwachsener Bäume zu vermeiden», wie es heisst. Bei 400 Bäumen werde deshalb verzichtet, vom Auftragnehmer wegen der «nicht vertragskonformen Pflanzung» einen Austausch zu verlangen.

«Die anderen 600 Bäume sollen dagegen herausgerissen und neu gepflanzt werden, da ein Belassen dieser Bäume auf Grundlage der Bewertungskriterien nicht begründbar ist», heisst es im Artikel.

Hämische Kommentare

Auf den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter ist der «Welt»-Artikel längst Anlass für hämische Kommentare: «Aus unserer Serie ‹Det is Balin›: Konnte der Gärtner doch nicht wissen, dass Flugzeuge beim Landen nicht Slalom fahren können», schreibt ein User. Und ein anderer hämisch: «Die wussten, dass BER sowieso nicht kommt - und haben was für die Umwelt getan.»

Anzeige

Mittlerweile ist nicht einmal klar, ob die bereits mehrfach verschobene Eröffnung im kommenden Jahr stattfinden könne. «Angeblich sollen die Gesellschafter Berlin und Brandenburg indirekt zu verstehen gegeben haben, dass eine Eröffnung in 2014 für sie nicht tragbar wäre», heisst es im Artikel. Mit anderen Worten: Die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens könnte sich bis 2015 herauszögern.

(vst/rcv)