Bei einem Schiffsunglück im Hafen von Genua sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Laut italienischen Medienberichten kollidierte ein Schiff in der Nacht zum Mittwoch mit einem Kontrollturm in der italienischen Hafenstadt.

Der 55 Meter hohe Tower sei daraufhin ins Meer gestürzt, berichtete der italienische TV-Sender TGcom.24. Bei dem Unglück seien zwei Männer und eine Frau getötet und vier Menschen schwer verletzt worden. Weitere sechs Personen würden vermisst und von Tauchermannschaften noch im Meer gesucht.

Das Unglück ereignete sich gegen 23.30 Uhr. Laut Augenzeugen prallte das 40 Tonnen schwere Schiff «Jollynero» nach einem falschen Manöver gegen den Kontrollturm, von dem aus der Schiffsverkehr im Hafen kontrolliert wird.

Schichtwechsel

Durch die Kollision habe sich der Tower um 45 Grad geneigt und sei dann ins Wasser gestürzt. Lediglich die externe Treppe sei erhalten geblieben.

Das Unglück ereignete sich, als auf dem Kontroll-Tower gerade Schichtwechsel war, so dass besonders viele Lotsen im Gebäude waren. Zum diesem Zeitpunkt hätten sich etwa 14 Menschen in dem Turm aufgehalten, hiess es.

Nicht ausgeschlossen wurde, dass sich bis zu sechs Personen im Aufzug des Kontrollturms befanden, als dieser einstürzte.

Schiff ausser Kontrolle

Das 30 Meter breite und 239 Meter lange Containerschiff «Jollynero» wird von der italienischen Reederei Messina betrieben. Es wurde beschlagnahmt. Der Kapitän wurde von dem ermittelnden Staatsanwalt vernommen.

Eine Havarie an Bord des Containerschiffes wird als Unglücksursache vermutet. Laut Augenzeugen gab es an einem der beiden Motoren des Schiffes eine Panne, die «Jollynero» sei dadurch ausser Kontrolle geraten. Der hintere Teil des Schiffes mit mehreren Containern an Bord sei gegen den Kontrollturm gestossen.

«Wir sind erschüttert und verzweifelt. In der Geschichte unseres Unternehmens ist so etwas noch nie passiert», sagte Stefano Messina, Eigner der Reederei Messina und Betreiber der «Jollynero».

(vst/tno/sda)

 

Video anschauen

Anzeige