Frauen rauchen «anders» als Männer. Sie greifen vermehrt in Stresssituationen zur Zigarette. Männer indes rauchten eher in Gesellschaft, also wenn es ihnen gut geht, wie die Medizinische Universität Wien mitteilte. Frauen beginnen zudem aus anderen Gründen mit dem Rauchen als Männer - und das immer früher.

Frauen leiden anders unter ihrer Nikotinabhängigkeit, wie Andjela Bäwert von der MedUni an der 7. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für geschlechtsspezifische Medizin in Wien erklärte. Raucherinnen schaffen es ausserdem schwerer, ihre Sucht aufzugeben.

Frauen reagieren häufiger mit Depressionen

Weil bei Frauen Nikotin schneller abgebaut wird, spüren sie den Nikotinentzug eher als Männer und reagieren darauf in vielen Fällen mit Dysphorie, Depressionen, Angsterkrankungen oder Schlafstörungen.

Die Rückfallrate sei bei Frauen ebenfalls höher. Auch, weil das Rauchen bei vielen Frauen mit einer Gewichtsregulation verbunden ist und die Betroffenen befürchten würden, nach dem Rauchstopp durch vermehrten Appetit zuzunehmen, sagte Bäwert. «Viele Raucherinnen sagen sich 'bevor ich etwas esse, rauche ich eine Zigarette'.»

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Je früher, desto abhängiger

Je früher man «mit dem Rauchen beginnt, desto eher wird man abhängig», warnte Bäwert. Daher sei die Prävention schon in jungen Jahren enorm wichtig - vor allem, da immer mehr junge Frauen rauchten. Unter diesen Aspekten sei eine Berücksichtigung von geschlechtsspezifischen Aspekten in der Prävention, Therapie und Nachsorge nötig.

(sda/dbe/sim)