Der frühere Anti-Apartheid-Kämpfer und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu hat sich für die Behandlung einer Infektion ins Spital begeben. Der 84-Jährige emeritierte anglikanische Erzbischof werde für ein bis zwei Wochen in Behandlung bleiben, erklärte seine Tochter Thandeka Tutu-Gxashe.

Wegen der Infektion war Tutu demnach im vergangenen Jahr bereits dreimal im Spital behandelt worden, zuletzt im August 2015. Die Beschwerden sind Folgen einer Therapie gegen den Prostata-Krebs, der bei ihm 1997 diagnostiziert worden war. Als Kind war Tutu an Kinderlähmung erkrankt, als Jugendlicher überstand er eine Tuberkulose-Infektion.

Verbrechen des Apartheid-Regimes aufgearbeitet

Der langjährige Weggefährte des früheren Präsidenten Nelson Mandela zog sich 2010 weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Als er im Juli in einer Videobotschaft zum Plenum der Welt-Aids-Konferenz im südafrikanischen Durban sprach, schien er abgemagert, aber ungebrochen scharfen Verstandes.

Der Geistliche bekam für seinen Kampf gegen das rassistische Apartheid-Regime 1984 den Friedensnobelpreis. Nach dem Übergang zur Demokratie 1994 wurde Tutu von Mandela zum Vorsitzenden der Wahrheits- und Versöhnungskommission bestimmt. Diese arbeitete die Verbrechen des Apartheid-Regimes auf.

(sda/me)