Die Fussballsaison ist noch nicht einmal beendet, da bringen sich Europas Fussballclubs bereits für die im Sommer anstehende Transferperiode in Stellung. Und wie: Die Summen, die herumgeboten werden, nehmen immer absurdere Grössen an. Gleich für mehrere Spieler sind dreistellige Millionenbeträge im Gespräch – das gab es so noch nie.

Die Musik spielt vor allem in Spanien und Grossbritannien. Real Madrid plant, allein für Talent Kylian Mbappé (spielt noch bei AS Monaco) 118 Millionen Euro auszugeben. Damit wäre ein einziger Spieler so viel Wert, wie die halbe Raiffeisen Super League, deren Gesamtmarktwert von Transfermarkt.ch auf 217,3 Millionen Euro geschätzt wird. José Mourinho könnte sich mit seinem geplanten Sommerbudget locker alle 268 Spieler der ersten Schweizer Liga leisten: Der Trainer von Manchester United gab unlängst bekannt, sich für 235 Millionen Euro auf dem Transfermarkt bedienen zu wollen.

Mehrere Spieler sprengen 100-Millionen-Marke

Wird Reals Mega-Transfer mit Mbappé wahr, wäre das der grösste Transfer überhaupt. Den bisherigen Rekord hält der Wechsel von Paul Pogba im vergangenen Jahr. Manchester United zahlte für ihn 105 Millionen Euro an Juventus Turin. Darüber hinaus sind in diesem Sommer gleich für mehrere Spieler siebenstellige Summen im Gespräch: Mourinho ist gemäss Medienberichten auch an Atletico-Madrid-Star Antoine Griezmann interessiert, der aber nicht für unter 100 Millionen Euro zu haben ist. Und ManCity-Coach Pep Guardiola ist angeblich ebenfalls bereit, 100 Millionen für den 21-jährigen Dele Alli von Tottenham Hotspurs hinzulegen-

Neben den Spaniern und Briten, die von gigantischen TV-Einnahmen profitieren, wollen im diesjährigen Transfergeschäft auch die Italiener kräftig mitmischen. Dank Investoren-Millionen aus China spielt nicht nur Juventus im Konzert der Transfermillionen mit, sondern plötzlich auch die Mailänder Traditionsclubs. Sowohl Inter als auch dem AC Mailand wird für diesen Sommer ein Budget von 150 Millionen nachgesagt.

Schweizer Schnäppchen

Vergleicht man die Summen für die besten Schweizer Fussballprofis mit jenen Transfers, sind sie wahre Schnäppchen (siehe Bildergalerie). Die zehn besten Spieler sind zusammen gerade mal 129 Millionen Euro wert – nur wenig mehr als Real Madrid bereit ist, für Talent Mbappé zu zahlen. 

Welche Dimensionen inzwischen im Weltfussball vorherrschen, zeigt auch ein Blick auf den Transferwert des Kaders des momentan besten Schweizer Fussballclubs, des FC Basels. Er wird von Transfermarkt.ch auf 52,35 Euro geschätzt. Damit schafft es der Schweizer Serienmeister nicht einmal in die Top 100 weltweit. Platz 100 belegt der englische Zweitligist Derby County mit 62,1 Millionen Euro.