Die zentralen Trauerfeierlichkeiten zum Gedenken an die Opfer des Germanwings-Absturzes sind am Freitag nach zwei Stunden in Köln zu Ende gegangen. Im Dom fanden der Kölner Kardinal Rainer Woelki und Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, tröstende Worte für die rund 500 Angehörigen.

Seelsorger und eine Hinterbliebene sprachen Fürbitten für die 150 Opfer, die bei der Katastrophe am 24. März ums Leben gekommen waren. Bei dem anschliessenden staatlichen Trauerakt wandten sich Bundespräsident Joachim Gauck und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft mit bewegenden Ansprachen an die Hinterbliebenen.

Schreckliche Erkenntnis

Der Flugzeug-Absturz habe die Menschen in Trauer und Schmerz verbunden, sagte Gauck. «Es ist etwas zerstört worden, das in dieser Welt nicht mehr geheilt werden kann.» «Da ist er wieder, dieser Schock, der uns am 24. März getroffen hat.»

Zu Trauer und Schmerz komme die schreckliche Erkenntnis: «Dieser eine hat die vielen anderen mit in den Tod gerissen, den er für sich selber gesucht hatte. Uns fehlen Worte für diese Tat», sagte Gauck in seiner bewegenden Ansprache.

«Die Sinnlosigkeit des Geschehens»

«Vielleicht ist es ja das, was uns so sehr erschreckt hat: die Sinnlosigkeit des Geschehens. Wir sind konfrontiert mit einer verstörenden Vernichtungstat.» Bei vielen Menschen sei die Trauer in Wut und Zorn umgeschlagen.

Unter den insgesamt rund 1400 Trauergästen waren auch Kanzlerin Merkel sowie Vertreter aus Spanien und Frankreich.

(sda/tno)

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