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Zuchterfolg
Grossbritannien könnte zum Trüffel-Paradies werden

Klimawandel sei Dank, lassen sich Trüffel nun auch in Grossbritannien züchten. Die Premiere ist in Wales gelungen. Das erste Exemplar der teuren Spezialität wird nicht gegessen.

Veröffentlicht am 07.11.2017

Zum ersten Mal überhaupt ist in Grossbritannien ein Perigord-Trüffel gezüchtet worden, eine der teuersten Spezialitäten der Welt. Der auch als Schwarzer Trüffel bezeichnete Pilz, der vor allem in Frankreich vorkommt, wuchs in Wales an den Wurzeln einer mediterranen Eiche, die mit Trüffelsporen behandelt wurde.

Das teilten Wissenschaftler der Universität Cambridge am Montag mit. Wegen des Klimawandels könne Grossbritannien künftig zum Trüffel-Land werden. Grossbritannien sei der nördlichste Ort, an dem jemals ein Perigord-Trüffel gefunden wurde.

Dürren machen der Kostbarkeit Mühe

Die Universität Cambridge arbeitete für das Projekt mit der Firma Mycorrhizal Systems Ltd (MSL) zusammen. «Diese Zucht zeigt, dass die klimatische Toleranz von Trüffeln viel grösser ist als bislang gedacht, aber das ist wahrscheinlich nur wegen des Klimawandels möglich», sagte Paul Thomas von MSL.

Dem Unternehmen zufolge haben Dürren – ebenfalls eine Folge des Klimawandels – dem traditionellen mediterranen Lebensraum der Trüffel stark zugesetzt. Ausser in Frankreich wachsen Perigord-Trüffel vor allem in Italien und Spanien.

Trüffel-Nachkommen gehen an Bauern

Einige Gegenden in Grossbritannien sind dagegen mittlerweile gut geeignet für den Anbau der Perigord-Trüffel, wie Thomas sagte. «Das Potenzial für die Industrie ist gewaltig.»

Die Wissenschaftler fügten dem Boden rund um die Wirtspflanze in Wales Kalk hinzu, um ihn weniger sauer zu machen. Der anschliessend gewachsene Perigord-Trüffel wurde bereits im März geerntet, nachdem Spürhund «Bella» ihn erschnüffelt hatte.

Der Prototyp wird aufbewahrt, aber alle nachfolgend wachsenden Pilze dürfen vom Bauern verkauft werden. Ein Kilogramm der Delikatesse kann in Grossbritannien bis zu 1900 Euro kosten. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin «Climate Research» veröffentlicht.

(sda/jfr/me)

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