Gegen Uli Hoeness, den Präsidenten und Aufsichtsratschef des FC Bayern, läuft eine Untersuchung, weil er über Jahre Einkünfte aus Geldern auf einem Konto in der Schweiz nicht versteuert hat.

Mit einer Selbstanzeige wollte Hoeness Anfang 2013 das unversteuerte Geld legalisieren. Diese wies jedoch Fehler auf, weshalb die Staatsanwaltschaft tätig wurde.

Keine schwere Strafe erwartet

Laut dem «Spiegel» wird bereits im August Anklage erhoben, die Verhandlung vor einem Schöffengericht soll im September starten. Uli Hoeness könnte allerdings an einer Gefängnisstrafe vorbeikommen: Die Steuerschuld des FC-Bayern-Präsidenten bewegt sich dem «Spiegel» zufolge unterhalb der kritischen Grenze von 1 Million Euro.

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Darüber wäre laut einem Entscheid des deutschen Bundesgerichtshofs eine Gefängnisstrafe unausweichlich. Mit Glück kommt Hoeness kommt unter diese Grenze: Vom eigentlich hinterzogenen Betrag von 3,2 Millionen Euro sind 2,3 Millionen bereits verjährt.

Dieser verjährten Schuld trägt die Staatsanwaltschaft Rechnung, indem sie lediglich zwei Jahre Haft auf Bewährung fordert. Hoeness soll ausserdem eine Geldstrafe von 720 Tagessätzen bezahlen.

Erhalt der Ämter unsicher

Auch wenn der Fussballmanager mit einer Bewährungs- und Geldstrafe davonkommt, ist nicht klar, ob er im Fall einer Verurteilung Präsident und Aufsichtsrat des FC Bayern bleiben darf, wie die «Süddeutsche Zeitung» schreibt.

Die Vereinssatzung des Fussballklubs verlangt, jedem Mitglied müsse «Ehre und Ansehen des Klubs oberstes Gebot sein». Je nach Interpretation könnte dieser Satz Hoeness seinen Sitz im Aufsichtsrat kosten. Als Präsident ist er hingegen von den Mitgliedern gewählt und kann entsprechend nicht zum Rücktritt gezwungen werden.

Rückendeckung vom Grossaktionär

Gegen einen Rücktritt spricht auch die Rückendeckung von einem mächtigen Verbündeten. Herbert Hainer, Chef von Adidas und Vize-Aufsichtsratschef des FC Bayern, sprach sich in einem Interview mit dem «Focus» für Hoeness' Verbleib im Aufsichtsrat des Fussballklubs aus: «Ich bin der Meinung, dass es keinen Besseren für diese Position gibt.»

Das Wort des Vorstandsvorsitzenden von Adidas hat besonderes Gewicht, weil Adidas einen Anteil von 10 Prozent am FC Bayern hält.

(jev/aho)