Das Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron (HdM) akzeptiert die Niederlage beim Wettbewerb um den 700-Millionen-Neubau des Klinikums 2 des Basler Universitätsspitals. Den hatte Ende Mai das Zürcher Büro giuliani.hönger mit einem Turm-Projekt gewonnen, der seither die Stadt spaltet.

Seit dem Juryentscheid, der am 28. Mai publiziert worden war, sei das Spitalprojekt «bei uns vom Tisch», liess sich Pierre de Meuron in einer Medienmitteilung seines Büros zitieren. «Selbstverständlich» akzeptiere man den Juryentscheid. Der 1974 eingeweihte Spitalbau soll in Etappen ersetzt statt saniert werden.

Wettbewerb verloren

Den Wettbewerb gewannen giuliani.hönger mit ihrem als solid gelobten Projekt «Arcadia» mit einem 60-Meter-Turm im Spitalgarten. Der Spitalleitung gefällt es trotz diverser Kritik, da es neben dem laufenden Betrieb gebaut werden kann. Das zweitplatzierte, flach-diskrete HdM-Projekt «Kazwei» wurde punkto Raumprogramm schwächer bewertet.

Das Klinikum 2 liegt so zentral am Rande der Altstadt unweit der Schifflände, dass seine wuchtige Fassade die Dächer der historischen Häuserzeile am Rheinufer überragt. Dies stört in Basel viele, weshalb nach dem Juryentscheid für einen 20 Meter höheren Turm eine verpasste Chance beklagt wurde, eine krasse Bausünde zu korrigieren.

Öffentlich kritisiert

Nachdem sich Jacques Herzog in der öffentlichen Debatte kritisch über das Siegerprojekt mit dem Turm geäussert hatte, war ihm Eigeninteresse vorgeworfen worden. Nun folgt die HdM-Mitteilung - nicht ohne den Hinweis, man werde sich auch künftig öffentlich zu Achitektur und Städtebau äussern.

(sda/tke)

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