Die lange Trockenperiode und der starke Westwind setzen auch der Deponie Riet in Winterthur zu. Wegen zu grosser Staubemissionen ist die Aufbereitung der Kehrichtschlacke am Montagabend eingestellt worden. Fahrende auf dem nahen Durchgangsplatz hatten über entzündete Augen und gereizte Atemwege geklagt.

Im November soll der Betrieb wieder aufgenommen werden. Dann sei das Wetter geeigneter, teilte die Stadt Winterthur am Dienstag mit. Zudem sei der Durchgangsplatz von November bis März nicht besetzt.

Entzündete Augen bei Fahrenden

Vor einer Woche hat eine private Firma mit der Aufbereitung der Schlacke auf der Deponie Riet begonnen, um daraus Altmetall zu gewinnen. In der Regel können die dabei entstehenden Staubemissionen durch einen kontrollierten Wassereinsatz auf ein Minimum reduziert werden.

Aufgrund der langen und immer noch anhaltenden Trockenperiode und des starken Westwindes sind nun aber erhebliche Staubemissionen aus dem Betrieb der Aufbereitungsanlage entstanden. Dies führte zu Klagen von Fahrenden auf dem nahe gelegenen Durchgangsplatz, die sich über entzündete Augen und irritierte Atemwege beklagten.

Arzt und Polizei prüfen Situation

Stadtpolizei und Bezirksarzt prüften daraufhin die Lage. Nun hat die Stadt die Aufbereitung bis auf weiteres eingestellt. Stadt und Aufbereitungsfirma entschieden, die Maschinen abzubauen und die Arbeiten im November wieder aufzunehmen.

Auf der Deponie Riet werden die festen Rauchgasrückstände und die Schlacke der Kehrichtverwertungsanlage gelagert. Rund 15'000 Tonnen Schlacke werden pro Jahr angeliefert.

Da es in dieser Schlacke einen grossen Anteil an Altmetall hat, wird sie auf der Deponie aufbereitet. Dazu kommt rund einmal pro Jahr eine private Recyclingfirma für rund einen Monat. Sie filtert aus der Schlacke das Altmetall heraus. So können rund 1200 Tonnen Altmetall gewonnen werden.

(sda/ise/ama)

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