Diese Rechte haben Urlauber, wenn Sie in die Ferien wollen:

Ich fliege morgen mit der Swiss nach Miami. Kann ich die Reise wegen der bevorstehenden Unwettergefahr kostenlos stornieren?
Wenn Sie Ihr Ticket vor dem 6. September bei der Swiss – respektive bei der Lufthansa Group Carrier – gekauft haben, bietet die Fluggesellschaft folgende Möglichkeiten als Kulanz an. Sie können den Flug entweder ganz absagen, wenn Sie in der Zeit zwischen dem 6. und 11. September geflogen wären, oder Sie buchen den Flug auf ein Datum zwischen dem 12. September und 12. Oktober um. Beides geht unter diesen Voraussetzungen kostenlos und gilt überdies für Flüge nach Tampa, Orlando, Havanna, Varadero und Punta Cana.

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Wir haben zwei Wochen Badeferien auf Kuba über ein Reisebüro gebucht. Was sind unsere Rechte?
Auch hier gilt: Solange das Reisebüro die Reise durchführt, schulden Sie bei Rücktritt die Entschädigung gemäss den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Diese ist umso höher, desto kurzfristiger Sie absagen. Allenfalls haben Sie aber einen Anspruch auf eine Preisreduktion: Nämlich dann, wenn aufgrund der Situation vor Ort nicht alle Leistungen erbracht werden können, wie zum Beispiel Ausflüge. Am besten besprechen Sie die Situation mit Ihrem Reisebüro.

Stimmt es, dass die Reiseversicherung die Kosten für die Annullierung übernimmt, wenn das EDA eine Reisewarnung für das betreffende Land herausgibt?
Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA schaltet auf seiner Website unter «Vertretungen und Reisehinweise» aktuelle Reisewarnungen auf. Wenn das EDA vor einer Reise abrät, übernehmen die meisten Reiseversicherungen die Annullierungskosten. Ausser im Fall Haiti – wegen der Sicherheitslage – rät das EDA zurzeit nicht von einer touristischen Reise in Länder ab, die der Tropensturm «Irma» passiert oder voraussichtlich noch passieren wird. Beachten Sie jedoch in jedem Fall die Allgemeinen Versicherungsbedingungen zur Sicherheit.

Wir wollen nächste Woche nach Mérida. Die mexikanische Halbinsel Yucatán soll zwar nicht direkt vom Hurrikan betroffen sein, eine wirkliche Ferienlaune verspüren wir aber nicht mehr, weshalb wir die Pauschalreise beim Reisebüro annullieren werden. Können wir einfach von der Reise zurücktreten?
Leider nein. Sie schulden dem Reisebüro eine Entschädigung gemäss den AGB. Vermutlich bezahlt auch Ihre Annullierungskostenversicherung nichts.

 

Diese Rechte haben Urlauber, wenn Sie im Ausland festsitzen:

Wenn an einem Flughafen nichts mehr geht, und man nicht ausreisen kann, an wen kann ich mich wenden?
Wenn Sie nur einen Flug gebucht haben, müssen Sie sich an die Airline wenden. Sind Sie auf dem Heimweg von einer Pauschalreise, können Sie sich an den Reiseveranstalter wenden.  Haben Sie für Ihre Reise eine Personen-Assistance-Versicherung abgeschlossen, rufen Sie die Versicherung an. Diese drei Ansprechpartner kümmern sich um Ihre Heimreise.

Habe ich Anrecht auf eine Entschädigung für die Warterei?
Wenn weder die Fluggesellschaft noch den Reiseveranstalter eine Schuld trifft, müssen sie nicht für den Schaden einstehen.

Was kann ich tun, wenn mir während der Zeit, die ich im Ausland festsitze, das Geld ausgeht?
Sie können sich von Angehörigen oder Freunden in der Schweiz Geld via Western Union überweisen lassen. Mehr dazu finden Sie unter www.westernunion.ch.

Wenn ich es schaffe, die Rückreise selber irgendwie zu organisieren, zahlt irgendeine Versicherung?
Unter Umständen übernimmt die Personen-Assistance-Versicherung die Kosten. Rufen Sie aber zuerst bei der Versicherung an und klären Sie ab, ob Ihre Kosten gedeckt sind, bevor Sie die Rückreise auf eigene Faust organisieren.

Darf der Arbeitgeber Lohnabzüge vornehmen, wenn ich wegen höherer Gewalt verspätet an den Arbeitsplatz zurückkehre?
Ja, denn der Arbeitgeber muss den Lohn nur dann weiter bezahlen, wenn Sie wegen persönlicher Umstände wie Krankheit oder Unfall an der Arbeit verhindert sind. Fehlen Sie wegen Umständen, die auf höhere Gewalt (z. B. Naturkatastrophen oder Streiks) zurückzuführen sind, gehen die Absenzen zu Ihren Lasten.

Dieser Text erschien zuerst beim «Beobachter» unter dem Titel «Reise abbrechen wegen Hurrikan Irma?».