Im Wallis ist die Lawinengefahr sehr kritisch. Am Donnerstagmittag wurden bei Verbier fünf Skifahrer ausserhalb der Pisten verschüttet. Das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) dehnte die Warnung vor grosser Lawinengefahr vom westlichen auf praktisch das ganze Wallis aus.

Die am Mittag verschütteten fünf Freerider verliessen im Skigebiet ob Verbier die präparierten Pisten. Wie die Kantonspolizei mitteilte, befuhren sie einen Durchgang für Wintersportler, der aus Sicherheitsgründen gesperrt war. Auf etwa 2350 Metern über Meer löste sich an dem Nordhang eine vom Wind geformte Schneeplatte und riss die Fünf mit sich. Vier der Sportler konnten sich selbst aus dem Schnee befreien. Eine 17-jährige Französin wurde vom Rettungsdienst geborgen. Sie hatte kein Lawinensuchgerät bei sich. Ein Helikopter flog sie ins Spital nach Sitten.

Zweithöchste Gefahrenstufe oberhalb von 1800 Metern

Gemäss dem SLF-Bulletin vom Donnerstag bezieht sich die grosse Lawinengefahr und damit zweithöchste Gefahrenstufe im Wallis auf alle Expositionen oberhalb rund 1800 bis 2000 Meter. Mit Neuschnee und starkem Wind waren grosse Triebschneeansammlungen entstanden, die sehr störanfällig sind.

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Schon einzelne Wintersportler könnten sehr leicht Lawinen auslösen, warnte das Lawineninstitut. Es würden kleine bis mittlere spontane Lawinen erwartet. Die Lawinen könnten aber stellenweise den schwachen Altschnee mitreissen und gross werden. Touren erforderten deshalb grosse Vorsicht und Zurückhaltung.

Erheblich ist die Lawinengefahr im Jura

Erheblich ist die Lawinengefahr derzeit am Alpenhauptkamm und erstaunlicherweise auch im Jura. Erhöhte Lawinengefahr herrscht im Jura nur an wenigen Tagen und an wenigen Orten. Dann aber sollte sie nicht unterschätzt werden, warnt das SLF. Im Jura wird nur eine Gefahrenstufe publiziert, wenn diese als erheblich oder höher eingeschätzt wird. Das trifft derzeit zu, ist aber insgesamt nur an rund fünf Tagen in einem Winter der Fall.

(sda/me)