Nach dem Schiffsunglück in Südkorea ist die Zahl der bestätigen Todesopfer auf 104 gestiegen. Dies teilte am Dienstag die Küstenwache des Landes mit. Vermisst würden zugleich noch 198 Passagiere und Besatzungsmitglieder.

Sechs Tage nach dem Untergang der «Sewol» durchkämmten Taucher unter anderem die Kabinen des mehrstöckigen Schiffs. Es wird vermutet, dass dort die meisten Insassen bei dem Unglück eingeschlossen wurden. 476 Menschen waren an Bord der Fähre, gerettet werden konnten 174 Insassen.

240 Boote und Schiffe beteiligt

Um die gesunkene Fähre standen Trawler mit Fangnetzen, um zu verhindern, dass eventuell Leichen aus dem Wrack von der Strömung mitgerissen werden. Insgesamt seien fast 240 Boote und Schiffe an der Bergungsaktion beteiligt, berichtete der Rundfunksender KBS.

Angehörige der vermissten Insassen hofften noch immer, dass Überlebende gefunden werden. Bei einer Pressekonferenz am Montag hatten sie gefordert, dass die Suche nach den Vermissten bis zum Donnerstag abgeschlossen werden sollte. Etwa 250 der mehr als 300 Todesopfer und Vermissten waren Schüler aus der Nähe von Seoul. Sie befanden sich auf einem Ausflug auf die südliche Urlaubsinsel Cheju.

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Ermittlungen in mehrere Richtungen

Die Unglücksursache ist bislang noch offen. Nach Angaben der Ermittler ereignete sich der Unfall an der Stelle, wo die Fähre eine Richtungsänderung vorgenommen hatte.

Untersucht wird unter anderem, ob die Ladung verrutscht sein könnte, so dass das Schiff in Schieflage geriet. Nach der Übernahme der 20 Jahre alten Fähre hatte der südkoreanische Betreiber bei Umbauten die Aufnahmekapazitäten des Schiffs erweitert.

Der Kapitän, die Dritte Offizierin und der Steuermann sitzen seit Samstag in Untersuchungshaft. Am Montag wurden der leitenden Ingenieur und drei weitere Offiziere verhaftet. Die Ermittler untersuchen unter anderem, warum die Besatzung keine Evakuierungsdurchsage unmittelbar nach dem Unfall gemacht hatte.

(sda/vst)